16.03.2015
Christa Horstmann
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

Vergesst sie nie!

Am 17. April - Gedenkveranstaltung im Belower Wald

Neuruppin

Die Rote Armee war nicht mehr weit entfernt, das Kriegsende war abzusehen - da wurden am 21. April 1945 die 33.000 Häftlinge des KZ Sachsenhausen - und um die gleiche Zeit auch die Häftlinge vom KZ Ravensbrück, unter ihnen Frauen und Kinder - in Richtung Nordwesten auf den berüchtigten Todesmarsch getrieben.

Dieser Todesmarsch in mehreren Kolonnen, auch durch unseren Kreis - eine durch Herzberg, Neuruppin, Herzsprung, Wittstock, Putlitz, eine andere durch Löwenberg, Lindow, Rheinsberg, Flecken Zechlin, Belower Wald, Grabow, Meyenburg - bis nach Rabensteinfeld vor Schwerin, wo sie von sowjetischen und amerikanischen Truppen befreit werden konnten, war in der Geschichte ohnegleichen. Bei nasskaltem Wetter mussten die Häftlinge, notdürftig bekleidet, viele nur in Holzpantinen, sich Tag für Tag endlos viele Kilometer dahinschleppen, bei Kälte im Freien übernachten (rund 16.000 zum Beispiel im Belower Wald). Wer zu schwach war durch die Lagerhaft, durch Krankheit und Hunger, oder sich aus Kartoffel- und Rübenmieten am Wegrand etwas zu essen holen wollte, wer zurückblieb oder umfiel, wurde von den SS-Bewachern kaltblütig erschossen...

Den Weg von tausenden Häftlingen durch unseren Kreis kennzeichnen seit vielen Jahren die Gedenktafeln vom Todesmarsch, die in den genannten und weiteren Orten vielfach gut gepflegt werden. Auf Friedhöfen gibt es Grabstätten, wo die getöteten Opfer begraben liegen.

Der VVN-BdA Westmecklenburg-Schwerin veranstaltet in diesem Jahr wieder eine Aktionsfahrradtour - die 6. bereits - zur Erinnerung an die Todesmärsche. Sie steht unter dem Titel »Unterwegs für Menschlichkeit und Frieden, gegen Neofaschismus!«

Am Freitag, 24. April 2015, werden die Radfahrer, von Lübz und Ganzlin kommend, zum Belower Wald und weiter nach Wittstock fahren, wo sie übernachten und vorher, am Abend, mit Wittstocker Genossen und anderen Antifaschisten zusammentreffen.

Die 3. Etappe der Tour (ca. 45 km), führt dann am Samstag, 25. April, von Wittstock (Abfahrt 10 Uhr in Scharfenberg) über Herzsprung und Rägelin nach Neuruppin, voraussichtlich zum MittenDrin, wo sie ebenfalls mit Genossen der LINKEN und Jugendlichen zusammenkommen. Auf der 4. Etappe am Sonntag, 26. April, fahren sie schließlich über Lichtenberg und Sommerfeld nach Sachsenhausen (ebenfalls ca. 45 km).

Nahezu hundert Überlebende aus 13 Ländern sind in diesem Jahr anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des KZ Sachsenhausen zur großen Gedenkveranstaltung am 17. April (14 Uhr) im Belower Wald eingeladen.

Gerade auch angesichts der wachsenden Versuche von heutigen Nazis und Rechten, wieder Rassenhass, Feindlichkeit und Gewalt gegenüber Flüchtlingen und Andersdenkenden zu schüren, sollten wir als Deutsche und Bürger unseres Kreises diese Gedenkveranstaltung zu einem großen Beweis für Frieden, Völkerfreundschaft und gewaltfreies Zusammenleben aller Menschen werden lassen!