06.08.2014
Wolfgang Kraffczyk
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

Meine Wahl: André Stahl

Bernauer LINKE wählten am 2. Juli Bürgermeisterkandidaten

Bernau/Barnim

„Mein Ziel ist es, Bernau zu einer lebens- und liebenswürdigen, sozialen Stadt weiterzuentwickeln. Dazu ist ein Mentalitätswechsel nötig", erklärte André Stahl, 42, selbstständiger Rechtsanwalt in Bernau, am 2. Juli auf der Mitgliederversammlung der LINKEN zu seiner Kandidatur für das Bürgermeisteramt der Stadt. „Nicht Sparen um jeden Preis sollte das Hauptziel sein," so Stahl, „sondern die verfügbaren Mittel zum Wohle der Bürger einzusetzen. Die freiwilligen Leistungen könnten ausgebaut, soziale Projekte stärker gefördert und Vereine besser unterstützt werden. Unnötige Abgaben sollten gestrichen, die Effektivität der Verwaltung erhöht werden. Die Stadtverwaltung muss noch stärker Dienstleister für die Bürger werden." In diesem Sinne werde er den Kurs der Fraktion der LINKEN in der Stadtverordnetenversammlung auf verstärkte Bürgerbeteiligung bei wichtigen Entscheidungen fortsetzen. Stahl plädierte dafür, die „Stadtmauerpolitik" zu beenden und nicht nur die Bernauer Ortsteile in ihrer Identität zu stärken, sondern auch der Verantwortung der Stadt für das Umland besser gerecht zu werden. Gegenüber dem Landkreis werde er für die Durchsetzung der Interessen der Stadt energisch kämpfen, betonte André Stahl.

Seine konzeptionellen Vorstellungen kamen bei den Mitgliedern der LINKEN offenkundig an. Für Stahl stimmten 74 der 77 Wahlberechtigten. Bei der Abstimmung über die Kandidatur von Heidi Scheidt für den Ortsbeirat von Birkenhöhe gab es 76 Ja-Stimmen. Wie Stadtvorsitzender Thomas Sohn abschließend erklärte, wird der Stadtverband der LINKEN die Kandidaten für die Wahl am 14. September geschlossen und tatkräftig unterstützen. „Meine Wahl: André Stahl" schlug jemand als Wahlkampf-Slogan vor. Aber darüber wurde nicht abgestimmt.

Der 42-jährige André Stahl bringt kommunalpolitische Erfahrung mit: Er ist Mitglied im Barnimer Kreistag, seit 8 Jahren ehrenamtlicher Bürgermeister in Biesenthal und deshalb mit vielen Bernauer Problemen vertraut, die beide Städte haben. Beide sind Mitglied im Wasser- und Abwasserverband „Panke-Finow" (WAV). Stahl macht deshalb seit vielen Monaten verschiedene Vorschläge zur Lösung des Konfliktes um die so genannten „Altanschließer". Stahl machte klar, dass es eines Interessensausgleichs zwischen den Betroffenen bedarf, mit dem „alle leben können". Sein Vorschlag: Altanschließerbeiträge nach der Herstellungszeit zu staffeln, so dass Anschlüsse, die älter als 20 Jahre sind, nur mit 10 Prozent zu Buche

schlagen (siehe OW Juni/Juli).

Diesem Vorschlag André Stahls schloss sich die Mehrheit der Bernauer LINKEN an. Damit bezieht der Stadtverband der LINKEN eine klare Position zu der die Bürger Bernaus, Biesenthals und der verbandsangehörigen Gemeinden seit langem bewegenden Frage.

Dagmar Enkelmann freute sich, dass die LINKEN einen Juristen in die Wahl um das Bürgermeisteramt schicken. „André Stahl ist ein absolut kompetenter Kandidat für Bernau und damit die beste Lösung." erklärte sie.