Di, 26. 10. 2021, 13:00 - 21:00, Berlin

Die DDR in der gesamtdeutschen Geschichte

Stefan Heyms Prophezeiung, dass die DDR nur eine Fußnote der Weltgeschichte sei, ist widerlegt. Natürlich gehen die Urteile über 41 Jahre DDR in der deutschen Geschichte auseinander. Zum Verständnis der Geschichte, ihren Klassenkämpfen, der Systemauseinandersetzung der letzten 100 oder 50 Jahre ist der andere deutsche Staat offenbar wichtig. Heutige Entwicklungen eines unverändert uneinigen Einheitsdeutschlands, die Wiederkehr eines aggressiven deutschen Vormachtstrebens und der Abbau von Demokratie und Sozialstaatlichkeit haben etwas mit diesen DDR-Jahrzehnten, mit Aufstieg, Stagnation und Untergang des ostdeutschen Staates zu tun.
In unserer Konferenz wollen wir den Platz des anderen Deutschlands genauer bestimmen, danach fragen, warum die DDR nach 1945 überhaupt eine Chance hatte, warum sich viele Bürger und Bürgerinnen mit ihr identifizierten, aber auch warum dieser Staat in der Systemkonkurrenz scheiterte: Als Folge des äußeren Drucks, aus eigener Entwicklungsschwäche und Demokratieverweigerung, dem Unvermögen, sich den neuen Produktivkräften, den Hochtechnologien, den neuen Interessen und Wünschen seiner Bürger zu stellen? Es wird auch die Frage danach sein, wie diese DDR sich den gleichen Aufgaben stellen musste wie die BRD, wo sie erfolgreich war, Vorreiter sein konnte und warum sie schließlich ins Hintertreffen geriet. Und es ist die Frage, ob dieser Versuch des Realsozialismus tatsächlich erledigte Geschichte ist oder ob diese mit ihrem Scheitern, auch ihren Erfolgen und Alltagsproblemen etwas mit einer sozialistischen Perspektive künftighin zu tun haben wird.

Mit: Simone Barrientos, Dr. Stefan Bollinger, Prof. Dr. Peter Brandt, Dr. Holger Czitrich-Stahl, Dr. Judith Dellheim, Dr. Achim Engelberg, PD Dr. Dr. Ulrich van Heyden, Prof. Dr. Jürgen Hofmann, Thomas Kacza, Prof. Dr. Mario Kessler, Matthias Krauß, PD Dr. Yana Milev, Prof. Dr. Siegfried Prokop und Dr. Viola Schubert-Lehnert
Moderation: Anke Geißler-Grünberg und Karlen Vesper



Kosten: 5,00 / erm. 3,00 Euro

Anmeldung erforderlich

Wo?

FMP1, Münzenbergsaal
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin