Di, 19. 10. 2021, 19:00 - 21:00, Berlin

"Rasse", Rassismus/Antisemitismus und Recht

Über "Rasse" im Grundgesetz wird derzeit viel gestritten. Ist "Rasse" ein diskriminierender Begriff, der seine rassistische Bedeutung in die Gegenwart trägt? Oder eine für die Bekämpfung von Rassismus notwendige Kategorie, wie die Critical Race Theory vertritt? Das Podium beantwortet diese Fragen rechtshistorisch, rassismustheoretisch und aus aktivistischer Perspektive.

Doris Liebscher rekonstruiert, wie Rassekonstruktionen ins deutsche Kolonialrecht gelangten, wie sie die nationalsozialistischen Nürnberger Gesetze prägten und was das für das heutige Verständnis von "Rasse" heißt. Dabei werden Kontinuitäten ebenso wie Unterschiede sichtbar, die auch das Verhältnis von kolonialem Rassismus und Antisemitismus berühren.

Tahir Della spricht über die Kämpfe Schwarzer Menschen in Deutschland. Er plädiert für eine Abwendung des Rechts vom Konzept der "Rasse" und für eine Beschäftigung von Gesetzgebung und Rechtsprechung mit Rassismus. Mit Vincent Bababoutilabo diskutieren beide, wie Erinnerung an historisches Un-Recht und wie aktuelle rechtliche Kämpfe gegen Rassismus und Antisemitismus aussehen sollen, die Unterschiede berücksichtigen, ohne sie gegeneinander auszuspielen.

Dr. Doris Liebscher ist Autorin des Buchs Rasse im Recht – Recht gegen Rassismus: Genealogie einer ambivalenten rechtlichen Kategorie das 2021 bei Suhrkamp erschienen ist.

Vincent Bababoutilabo ist Musiker und Autor, Mitglied im NSU-Tribunal und bei der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland.

Tahir Della ist Sprecher der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (Bund) und Fachreferent für Dekolonisierung im Berliner Promotorenprogramm.

Eine Kooperation von Helle Panke e.V.  mit dem Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt und dem Zentrum für Antisemitismusforschung.



Kosten: 2 Euro

Anmeldung erforderlich

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10245 Berlin