Mi, 24. 11. 2021, 18:00, Berlin

75 Jahre DEFA: »Coming Out« (DEFA 1989)

Die DEFA wurde am 17. Mai 1946 gegründet. Die Geschichte der DEFA, der einst staatlichen Filmgesellschaft der DDR, endete keineswegs mit der letzten Produktion unter dem bekannten Logo, auch nicht mit dem Verkauf der Babelsberger Ateliers und der Privatisierung der Verleihgesellschaft Progress. Über ein Jahrzehnt dauerte es, bis die kulturelle Hinterlassenschaft durch die Gründung der DEFA-Stiftung gerettet, geordnet und in sichere Hände übergeben werden konnte.

Im 75. Gründungsjahr wollen wir Filmschaffende der DEFA ehren, die ebenfalls einen Jubiläumsgeburtstag feiern.

Kurator und Moderator: Paul Werner Wagner

Es wird gezeigt:
»Coming Out« (DEFA 1989, fa, 112‘)
(vorbehaltlich, dass es die Corona-Situation zulässt)

Regie: Heiner Carow
Drehbuch: Wolfram Witt
Kamera: Martin Schlesinger
Musik: Stefan Carow
Darsteller: Matthias Freihof, Dagmar Manzel, Dirk Kummer, Michael Gwisdek, Werner Dissel, Gudrun Ritter, Walfriede Schmitt, Axel Wandtke, Ursula Staack

Der erste DEFA-Film zum Thema Homosexualität in der DDR. Philipp, latent schwul, ist Lehrer. Seine Kollegin Tanja verliebt sich in ihn, und er zieht zu ihr. Bei ihr trifft er einen früheren schwulen Freund, den er einst auf Drängen seiner Eltern verlassen hatte. In dieser Situation wird ihm seine jahrelang unterdrückte sexuelle Neigung wieder bewusst. Bei einem heimlichen Besuch einer Schwulenkneipe verliebt er sich in Matthias, hält dies aber lange vor Tanja geheim, ebenso verschweigt er Matthias, dass er mit einer Frau zusammenlebt. Die Situation eskaliert, als Tanja Philipp in zärtlicher Umarmung mit Matthias beobachtet. Philipp muss sich nun outen sowohl gegenüber seiner Freundin Tanja als auch gegenüber seinem Freund Matthias. Dieser, zutiefst enttäuscht, unternimmt einen Suizidversuch.

„Wäre das Thema selbst in einer liberalen Gesellschaft schon brisant genug, wird die Dramatik in einem Staat wie der DDR überdeutlich. Die souveräne Inszenierung mit ruhiger Kameraführung, der gefühlvolle Soundtrack und vor allem die beeindruckende Besetzung lassen den Zuschauer die tragische Lage des Lehrers buchstäblich mitfühlen. Selbst die erotischen Szenen sind nicht voyeuristisch …“ (new-video.de)

Gesprächspartner: Matthias Freihof (60. Geburtstag)

Tickets: kino-toni.de/NDFilmclub

Zutritt nur geimpft, genesenen oder getestet.

Wo?

Kino Toni
Antonplatz 1
13086 Berlin