Di, 20. 10. 2020, 19:00 - 21:00, Berlin

Politische Monster überwinden, aber wie?

Klimawandel, globale Ungleichheiten, soziale Ungerechtigkeit, Rassismus und das Phänomen der Illiberalisierung der bürgerlichen Demokratie erfordern Veränderungen, denen allerdings die Zwänge der kapitalistischen Produktionsweise entgegenstehen. Für die politische Linke kommt noch die Hypothek der gescheiterten Sozialismusversuche im 20. Jahrhundert wie der gegenwärtigen Fehlentwicklungen von Linksregierungen in Lateinamerika erschwerend hinzu.
Raul Zelik schlägt in seinem neuen Buch "Wir Untoten des Kapitals – Über politische Monster und einen grünen Sozialismus" (Berlin 2020) einen analytischen Bogen von der frühen Sowjetunion über Maos China und Titos Jugoslawien bis zu dem Fall Venezuela, verbindet dies mit einer Auswertung grüner Revolutionen des Stoffwechsels, der Plan-Markt-Diskussionen sowie rätedemokratischer Überlegungen.
Sein Strategievorschlag zentriert sich nicht um "Partei" versus "Bewegung", sondern um den Aufbau eines vielfältigen politischen Projekts, das im Unterschied zum Reformismus des 20. Jahrhunderts sich seiner Widerständigkeit bewusst und bereit sein muss, soziale Konflikte in die Staatsapparate hinein zu verlängern. Damit stellt sich die "Machtfrage": Wie können progressive Regierungen in Verbindung mit außerinstitutioneller Politik Verhandlungsmacht gegenüber den herrschenden Eigentumsinteressen entwickeln? Darüber soll mit Raul Zelik – Schriftsteller, Journalist, Übersetzter und Politikwissenschaftler sowie seit 2016 Mitglied im Vorstand der Linkspartei – diskutiert werden.

Referent: Dr. Raul Zelik
Moderation: Christoph Lieber

Wo?

Münzenbergsaal
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin