Mi, 21. 10. 2020, 18:00, Berlin

Das russische Berlin

Fast eine halbe Million russischer Flüchtlinge nahm Berlin Anfang der 1920er Jahre auf. Die Stadt war in der Zwischenkriegszeit nicht nur die »Stiefmutter der russischen Städte«, sondern auch heimliches Zentrum der Weltrevolution. Karl Schlögel spürt die große Geschichte in der kleinen auf. Die Welt der Bahnhöfe und die der Salons im Tiergartenviertel, die Dichter des Silbernen Zeitalters und die Agitkünstler der Sowjetmacht, der Empfang in der sowjetischen Botschaft und Nabokovs Beobachtungen zum Aufstieg der Nazis, die Stadtwahrnehmung der Taxifahrer und der Skandal um die „Zarentochter Anastasia“. Ebenso betrachtet er heutige Situation, denn seit der Entfremdung zwischen Russland und der EU ist auch das hochvernetzte „Russkij Berlin” der Gegenwart politisch gespalten.

Karl Schlögel, geboren 1948, hat an der FU Berlin, in Moskau und St. Petersburg Philosophie, Soziologie, Osteuropäische Geschichte und Slawistik studiert. Er ist Professor für Osteuropäische Geschichte an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Schlögel ist Autor und Herausgeber u.a. der Bücher: "Moskau lesen. Die Stadt als Buch"; "Das Wunder von Nishnij oder die Rückkehr der Städte"; "Der Große Exodus. Die russische Emigration und ihre Zentren 1917-1941"; "GO EAST oder die zweite Entdeckung des Ostens".

Moderation: Paul Werner Wagner

Eintritt: 8 Euro / ermäßigt 5 Euro

Veranstaltungsanmeldung:

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Wo?

Münzenbergsaal
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin