Mi, 16. 09. 2020, 18:00 - 20:30, Berlin

Wie können Gesellschaften mit dem Bösen der eigenen Geschichte umgehen?

Prof. Dr. Susan Neiman im Gespräch mit Paul Werner Wagner

Von den Deutschen lernen - wie Gesellschaften mit dem Bösen ihrer Geschichte umgehen können Wie können Gesellschaften mit dem Bösen der eigenen Geschichte umgehen? Lässt sich – politisch gesehen – etwas von den Deutschen lernen? Als Susan Neiman, eine junge jüdische Amerikanerin, in den achtziger Jahren ausgerechnet nach Berlin zog, war das für viele in ihrem Umfeld nicht nachvollziehbar. Doch sie blieb in Berlin und erlebte hier, wie die Deutschen sich ernsthaft mit den eigenen Verbrechen auseinandersetzten: im Westen wie im Osten, wenn auch auf unterschiedliche Weise. Als dann mit Donald Trump ein Mann Präsident der USA wurde, der dem Rassismus neuen Aufschwung verschaffte, beschloss sie, dorthin zurückzukehren, wo sie aufgewachsen war: in die amerikanischen Südstaaten, wo das Erbe der Sklaverei noch immer die Gegenwart bestimmt. Susan Neiman verknüpft persönliche Porträts mit philosophischer Reflexion und fragt: Wie sollten Gesellschaften mit dem Bösen der eigenen Geschichte umgehen?

Susan Neiman wuchs in einer jüdischen Familie in Atlanta auf und engagierte sich in der Bewegung gegen den Vietnamkrieg. Durch die Lektüre von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre inspiriert, studierte sie Philosophie an der Harvard Universität, wo sie 1986 promovierte. Auf der Grundlage eines Stipendiums folgte 1982 ein längerer Deutschlandaufenthalt an der Freien Universität Berlin. Von 1989 bis 1996 war Neiman Professorin an der Yale University, danach für fünf Jahre an der Universität Tel Aviv. Ihre Hauptarbeitsgebiete sind Moralphilosophie, politische Philosophie und Philosophiegeschichte. Im Jahr 2000 wurde sie Direktorin am Einstein-Forum in Potsdam. Susan Neiman ist Autorin zahlreicher vielbeachteter Bücher.

Eintritt: 8 Euro / ermäßigt 5 Euro

Veranstaltungsanmeldung:

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