Sa, 25. 05. 2019, 10:00 - 18:00, Hamburg

Lefebvre lesen – Alltagskämpfe und Recht auf Stadt

Der Stadtsoziologe, Sozialphilosoph und undogmatische Marxist Henri Lefebvre (1901-1991) prägte mit seinen Texten nicht nur kritische Theoriebildung, sondern beeinflusste ebenso linke Praxis. Während seine undogmatischen stadtpolitischen Texte zunächst Bedeutung in der französischen 68er Bewegung gewannen und die inhaltliche Ausrichtung der Situationistischen Internationale bestimmten, versammeln sich in den letzten 15 Jahren stadtpolitischen Gruppen und Initiativen unter Lefebvres Slogan „Recht auf Stadt“, um die kapitalistische Produktion des urbanen Raums zu kritisieren und eine andere urbane Praxis und andere Vorstellungen des Städtischen herzustellen. Bereits seit den 70er Jahren wurde in der deutschsprachigen Diskussion Lefebvres kritische Theorie des Alltags rezipiert.

Beide theoretischen Ausrichtungen wollen wir in dem Tagesseminar durch Lektüre ausgewählter Texte weiter diskutieren. Lefebvres undogmatische Perspektive eröffnet hierbei einen theoretischen Blick von unten auf die urbanen Praktiken des Alltäglichen. Als Produkt und Analyse der fordistischen Gesellschaft fordert sie aber auch eine lebendige Auseinandersetzung mit ihren Grundthesen. Wir wollen gemeinsam darüber nachdenken, was wir für heutige Konflikte aus Lefebvres Texten lernen, welche Konzepte wir übertragen können und welche Konflikte gerade im Sinne Lefebvres neue Fantasie erfordern.

Unser Workshop richtet sich an alle Interessierten. Besondere Vorkenntnisse sind nicht nötig. (Neugier auf Lefebvres Texte und Lust am Diskutieren wären aber sicher von Vorteil.) Kopien der Texte werden gestellt.

Workshopleitung: Philipp Höfener (Berlin) und Nikolai Huke (Hamburg)

Wir bitten um Anmeldung unter: anmeldung@rls-hamburg.de

Wo?

Fabrique im Gängeviertel - Seminarraum 4. OG
Valentinskamp 34a
20355 Hamburg