Di, 21. 05. 2019, 19:00, Berlin

Antikommunismus als Vergesellschaftung der BRD

Vortrag mit Philipp Eichhorn.

Das gesamte Fundament und die Ideologie der BRD kann ohne den Antikommunismus nicht gedacht werden. Es stellte den zentralen Bestandteil ihrer Vergesellschaftung dar.
So war im Land der Henker*innen weder das Andenken an die kommunistischen Opfer des NS und noch die Würdigung ihres Widerstandes vorgesehen. Und während kommunistische Parteien in Frankreich und Italien etablierte Massenparteien mit Millionen von Wähler*innen waren, setzte die BRD sechs Jahre nach ihrer Gründung das Verbot der KPD durch. Die SPD schloss Mitglieder des VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) aus ihren Reihen aus und die Gewerkschaften entledigten sich ebenfalls ihrer kommunistischen Mitglieder. Gleichzeitig strengten deutsche Gerichte 175.000 Verfahren gegen Linke an. Es wurden Gesetze geschaffen, um Tausende in Gefängnis zu bringen und die Regierung setzte den Wiederaufbau der Armee gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit durch.

Der Vortrag möchte aufzeigen, was das Verbot der direkten Demokratie, die Eigenheimförderung und Allensbach miteinander zu tun haben. Er stellt die Frage, ob dieser Weg erfolgreich war und was das ganze nach dem Ende der DDR zu bedeuten hat.

Philipp Eichhorn ist Soziologe und forscht insbesondere zur deutschen Mentalitätsgeschichte und der DDR. Früher hat er noch mit Publikationen und so angegeben, aber das ist inzwischen schon alles etwas her. Er ist eher davon fasziniert, wenn Leute seine Sachen immer wieder mal entdecken. Wie diesen Vortrag.

Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe "Vorwärts - Mit den Verhältnissen brechen. From a radical past to a radical future." der Gruppe RiA (Risse im Asphalt).

Wo?

Meuterei
Reichenberger Straße 58
10999 Berlin