20.07.2016
Redaktion
Erschienen in: HavelBrandung (DIE LINKE.Brandenburg an der Havel, Brandenburg an der Havel, Brandenburg)

Bella Branne gibt ihren Senf dazu

Brandenburg/Havel

Hallo, Leute,

kaum ist die eene Provinzposse vorbei (vorläufig jedenfalls), da folgt in unserer schönen Havelstadt schon die nächste. Erst kriselte es in der CDU-Familie, jetzt hauen sich die SPD-Jenossen gegenseitig in die Pfanne. Viel Jesprächsstoff, um die Wartezeit bei uns im Salon „Scharfe Schere“ zu überbrücken. Meine Kundinnen bilden zwei Lager: Die einen nennen die Verpfeiferin (auf Neudeutsch Whistleblowerin), übrijens eine Zugezogene, die den janzen unappetitlichen Chat-Verkehr öffentlich jemacht hat, eine mutige Person, die anderen eine Petze. Ick selbst neige zu letzterem, schließlich hat die Dame ja zuerst kräftig mit jehetzt, um dann die Reißleine zu ziehen. Wat hat sie zu diesem Enthüllungseifer jetrieben? Hätte man die schmutzige Wäsche nicht besser intern waschen sollen? Musste man denn den janzen Kinderkram – und für mich is det Kinderkram – vor der Öffentlichkeit ausbreiten? Da überschlagen sich einige Herrlichkeiten und Dämlichkeiten – pardon – in Geltungsdrang und die Redlichen unter den Jenossen fallen aus allen Wolken. Und jetzt auch noch diese Ausgründung einer Extra-Fraktion: „Bürger für Bürger“ – bescheidener jeht's wohl nicht?

Erinnert ihr euch noch an „Die Roten“? Damals hat es bei den LINKEN so eine Abspaltung jejeben. Deren Initiator ist inzwischen zur SPD überjewechselt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Kennt ihr noch det alte Lied: „Drum links – zwei – drei, wo dein Platz, Genosse, ist. Reih' dich ein in die Arbeitereinheitsfront...“ Davon sind die Hellroten derzeit weit entfernt. Und die Dunkelroten? Tragen die ihre Meinungsverschiedenheiten bekömmlicher aus? Det will ick mal hoffen. Und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt – sagt

Eure Bella Branne