20.07.2016
Dr. Uta Sändig
Erschienen in: HavelBrandung (DIE LINKE.Brandenburg an der Havel, Brandenburg an der Havel, Brandenburg)

Von ansteckender Kreativität

Unsere Kandidatin für den Bundestag

Der Deutschlandfunk nannte sie eine "Parteienhopperin", sie selbst nennt sich eine "linke Socke": Anke Domscheit-Berg, die von den Grünen zu den Piraten wechselte und nun für die LINKEN in unserem Wahlkreis 60 zur Bundestagswahl antritt, und zwar gegen das politische Schwergewicht Frank-Walter Steinmeier. Ist sie selbst ein politisches Leichtgewicht? Mitnichten. Hört man ihr zu, warum sie zwei Parteien nach anfänglicher Euphorie den Rücken kehrte, so kann man ihr nur beipflichten: Die einen haben den Pfad einer konsequenten Friedenspolitik verlassen, die anderen blieben in ihrem engen thematischen Spektrum, der Netzpolitik, befangen. Nun also die LINKEN. Als parteilose Kandidatin – an eine Mitgliedschaft denke sie momentan nicht – will sie sich vor allem für soziale Gerechtigkeit, Gleichstellungspolitik, die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens, die Demokratisierung des Internets und nicht zuletzt für eine humane Flüchtlingspolitik einsetzen.

Als sie sich im Mai an mehreren Orten den LINKEN ihres zukünftigen Wahlkreises vorstellte, sprudelten die Ideen nur so aus ihr heraus. Sie wirkte sehr authentisch, taff, unkonventionell. Sie legte gleich los, kaum dass sie ihr keckes rotes Hütchen abgenommen hatte. Ihre Lebensstationen reichen eigentlich für drei Biografien: Geboren 1968 in Premnitz, EOS in Straußberg, Studium der Textilkunst und der internationalen Betriebswirtschaft mit Spanisch als Fremdsprache, Unternehmensberaterin, Lobbyistin für Microsoft Deutschland, Projektleiterin mehrerer Studien, in denen es um die Aufstiegschancen weiblicher Führungskräfte geht, Buchautorin (z.B. "Ein bisschen gleich ist nicht genug") und Publizistin, Mutter eines Sohnes, zeitweise alleinerziehend, verheiratet mit dem nicht weniger umtriebigen, 10 Jahre jüngeren Daniel Domscheit-Berg, seßhaft geworden in Fürstenberg/Havel.

Mehrfach erwähnte sie während ihrer Vorstellungsrunde Katja Kipping. Auf Nachfrage stellte sie klar: "Ohne Katja würde ich diesen Schritt, meine Kandidatur für die LINKE, nicht gegangen sein." Wenn das kein gutes Omen ist!