22.06.2016
Marco Christian Wiese (MaC)
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

Fehrbelliner BürgerInnen machen Druck

Fehrbellin

Zur Einwohnerfragestunde der Gemeindevertretung am 7. Juni fanden sich etwa zwanzig Eltern, Großeltern und Fachkräfte ein, die Aufklärung über die derzeitige Lage und mittelfristige Pläne zur Organisation des Schulhortes forderten. Sie lehnen es tendenziell ab, dass aufgrund räumlich begrenzter Kapazitäten an der Grundschule in Fehrbellin (150 Hortplätze) der Rechtsanspruch auf die nachschulische Betreuung nun auch durch eine teilweise Verlagerung des Horts auf freie Kapazitäten in den Kitas erfolgen soll. Eine in vielen Großstädten gängige und erfolgreiche Praxis.

Grundlage für diese Überlegung ist die Bedarfsplanung der Gemeinde, in die alle erfassten Neuzugänge und Abgänge einfließen. Hiernach könnte es laut Bürgermeisterin Behnicke möglich sein, dass nach eingehender Einzelfallprüfung (in der bspw. die Nutzung von Ganztagsangeboten der Schule berücksichtigt werden soll) auch in den vorhandenen Kitaräumen umliegender Orte wie Linum oder Königshorst Hortgruppen gebildet werden. Wobei sowohl der sichere Transfer der Kinder als auch die pädagogische Leistungserbringung durch die Gemeinde gesichert würden. Auf diese Weise entfielen längere Heim- bzw. Abholfahrten für die Betroffenen nach der Hortzeit, und zudem würde einer dezentralen Stabilisierung des Betreuungsangebotes sowie den jährlichen Schwankungen im Bedarfsplan Rechnung getragen. Von einigen schwer nachvollziehbaren Bedenken Anwesender bezüglich der Sicherheit, des tatsächlichen Bedarfes oder der Hortqualität abgesehen, wurde deutlich, dass es dennoch einige Unstimmigkeiten und Versäumnisse zu klären gilt.

So scheint die Realisierung der vorgestellten Pläne definitiv ins Hintertreffen geraten zu sein, obwohl viele Eltern dringend eine Hortzusage benötigen, während Kinder von NeubürgerInnen Absagen erhalten, wobei gerade hier praktische Integrationsarbeit geleistet werden müsste. Der Fehrbelliner Hort wird nicht zuletzt durch das Engagement der Betroffenen aktuelles Thema bleiben.