27.05.2016
Thomas Sohn
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

Sind Geflüchtete wirklich unser Problem?

LINKE für Lösung sozialer Missstände

Bernau/Barnim

Seit Bundekanzlerin Angela Merkel den Arbeitsauftrag an unser Land mit „Wir schaffen das...“ herausgegeben hat, spaltet dieser Satzteil unsere Gesellschaft. Auf der einen Seite stehen die vielen Willkommens­initiativen mit Freiwilligen, um den Ankommmenden zu helfen. Auf der anderen Seite stehen die, die dafür plädieren: Grenzen zu und alle wieder weg. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich meine dabei nicht die Bürgerinnen und Bürger, die ihre Ängste, Probleme und Sorgen zur Sprache bringen, ich meine diejenigen, welche versuchen auf diese Weise ihre rechte, rückwärtsgewandte Weltanschauung gesellschaftsfähig zu machen.
Über 50 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Krieg und Vertreibung, so viele wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr. Dass diese Massenflucht ein Problem ist, wissen wir alle. Und Deutschland ist ein Teil dieses Problems, sei es durch Waffen­ex­porte oder durch aggressive ökonomische Außenpolitik.
Menschen fliehen nicht wegen 4,20 Euro Taschengeld nach Deutschland, sie fliehen, weil Krieg und Vertreibung ihnen kein menschenwürdiges Leben ermöglichen. Helfen wir diesen Menschen, wir können dabei nur gewinnen, sei es an Menschlichkeit, Kultur, Lebenserfahrung. Jeder Mensch hat ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben, helfen wir den Geflüchteten dabei, sich erst einmal von den Traumata des Krieges zu befreien und sich die Grundlagen für ein selbstbesimmtes Leben durch Bildung und Integration zu schaffen. Vor allem Kinder sind betroffen, sie können am wenigsten für ihre Situation, ihnen muss unsere besondere Aufmerksamkeit und Solidarität gelten. Da helfen schon kleine Dinge, wie die Einrichtung eines Spielzimmers oder – wie kürzlich in Bernau-Waldfrieden – durch einen Inline-Skater-Tag, organisiert durch Michelle Petroll, spontan und ohne viele Worte.
Hier gilt es für uns LINKE, diejenigen weiter zu unterstützen, die sich aktiv in die Willkommens­intiativen einbringen und selbst aktiv zu werden: Das ist die beste Solidarität und auch ein Schutz der Geflüchteten vor verbalen und körperlichen Angriffen.
Viele der mit den Geflüchteten in Verbindung gebrachten Probleme bestanden in unserem Land schon vor der „Flüchtlingswelle“. Für Menschen mit geringen Einkommen gibt es in der Bundesrepublik fast keinen bezahlbaren Wohnraum, der Mindestlohn von 8,50 Euro reicht gerade so zum Leben und wird ständig attackiert. Die sozialen Probleme sind seit der Agenda 2010 größer geworden, breite Teile unserer Bevölkerung sind betroffen, sei es durch erzwungene Selbstständigkeit, hochflexible Arbeitszeitforderungen, Dauerpraktika, Leiharbeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse. DIE LINKE wird für diese Probleme weiterhin Lösungen aufzeigen.