30.05.2016
Hilka Ehlert
Erschienen in: Marzahn-Hellersdorf links (DIE LINKE. Berlin, Berlin, Berlin)

Klaus Lederer: Marx neu lesen

Beim linken Marzahn-Hellersdorfer Unternehmerfrühstück zu Gast

Blick in den Veranstaltungsraum

Am 6. Mai, einen Tag nach dem 198. Geburtstag von Karl Marx, fand auf Einladung von Petra Pau und dem linken Wirtschaftsverband OWUS das Unternehmerfrühstück statt. Gast war der Spitzenkandidat der LINKEN für die Berliner Abgeordnetenhauswahl, Klaus Lederer.
Die Eingangsfrage von Petra Pau „Warum sollten Unternehmer*innen DIE LINKE wählen?“ stand in der folgenden Stunde immer mit im Raum. Anknüpfend an Marx´ „Kapital“ ging es zunächst darum, ob sich linke Positionen und Unternehmertum vertragen können. Dies wurde vor allem angesichts der Globalisierung der Kapitalverwertung bejaht, sind es doch kleine Unternehmen, Selbstständige, „Outgesourcte“, die oftmals ebenfalls in prekären, unsicheren Verhältnissen wirtschaften und Selbstausbeutung betreiben. Diese Unternehmer können Partner sein im Kampf für zukunftsfähiges und existenzsicherndes Wirtschaften.
Bezüglich der Berliner Wahlen im Herbst stellte Klaus Lederer fest, dass Forderungen der LINKEN auch in anderen Wahlprogrammen auftauchen. Das betrifft zum Beispiel den Wohnungsbau oder die Entwicklung der Infrastruktur. Unterschiede gibt es aber immer bei der Frage: Wie soll das Problem gelöst werden? DIE LINKE macht hier konkrete Angebote für die Stadt. So sollen u. a. die gegenwärtig im Landeshaushalt erwirtschafteten Millionenüberschüsse nicht für die Schuldentilgung eingesetzt werden (das ist bei Niedrigzinspolitik eh wirtschaftlich unsinnig), sondern für zusätzliche Investitionen in Schulen, die Infrastruktur, den Ausbau dezentraler Energieversorgung .Und DIE LINKE engagiert sich für eine organisiert handelnde, bürgernahe Verwaltung. Zentrale Entscheidungen über die Zukunft der Stadt, wie eben den Wohnungsbau, dürfen nicht „notgedrungen“ getroffen werden, sondern sachbezogen und im demokratischen Zusammenwirken mit den mündigen Bürgerinnen und Bürgern.

Eine zentrale Frage des Gesprächs war es auch, wie sich DIE LINKE als moderne Partei in der globalisierten, zunehmend digitalisierten Welt bewegt, welche Ziele dabei mit welchen Methoden anzusteuern sind. Klaus Lederer konstatierte, dass sich DIE LINKE den heutigen Prozessen in der Wirtschaftswelt nicht ausreichend stellt. Er empfahl aus aktuellem Anlass (s.o.), Marx‘ „Kapital“ neu zu lesen, aber auch mit Leuten zu diskutieren, die neue Fragen stellen. Hier hat DIE LINKE noch Luft nach oben.