19.10.2015
Daniel Herzog
Erschienen in: HavelBrandung (DIE LINKE.Brandenburg an der Havel, Brandenburg an der Havel, Brandenburg)

Porträt Andreas Kutsche

Andreas Kutsche

Andreas Kutsche ist 38 Jahre alt, lebt in einer Beziehung und ist Vater zweier Kinder. Der gelernte Spezialhochbaufacharbeiter und examinierte Krankenpfleger ist freigestellter Betriebsrat im Städtischen Klinikum und ehrenamtlich bei ver.di engagiert. Gewerkschafter ist er seit 22 Jahren. Für die LINKE sitzt er als Sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Seniorenfragen der havelstädtischen SVV und er ist Mitglied unseres Stadtvorstandes.

HB: Andreas, wann bist du in DIE LINKE eingetreten und was war deine Motivation?

A.K.: Zu den Linken kam ich 2008, nachdem mich Matthias Osterburg nach meinem Redebeitrag bei der Maikundgebung angesprochen hatte. Es dauerte noch gut 10 Wochen, bis ich den Schritt vollzog und Mitglied wurde. Warum? Für mich war als Gewerkschafter klar, politische Vertreterin der Beschäftigten war schon lange nicht mehr die SPD; wenn ich diesen Schritt mache, dann nur mit und für DIE LINKE.

HB: Welche Themen sind dir bei deiner Arbeit im Ausschuss und im Vorstand wichtig? Was muss in unserer Stadt besser werden?

A.K.: Der Erhalt der Öffentlichen Daseinsvorsorge. Das Krankenhaus als städtische Eigengesellschaft liegt mir natürlich sehr am Herzen. Auch konnte ich die Erstellung des Sozialdatenatlas für die Stadt mit begleiten. Im Vergleich zu anderen Städten ist der noch ausbaufähig. Alarmierend ist immer noch die Zahl derer, die in Armut leben. Besser werden muss das Lohngefüge, damit jeder am öffentlichen Leben teilhaben kann. Und hier sollten wir in den städtischen Eigen-/Beteiligungsbetrieben/-gesellschaften anfangen.

HB: Was macht man eigentlich als freigestellter Betriebsrat? Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

A.K.: Ich kann nur jeden dazu ermuntern, sich für Mitarbeiterinteressen stark zu machen. Mein Arbeitsalltag ist sehr vielseitig. Angefangen von MitarbeiterInnen-Gesprächen, Dienstplankontrollen, Bearbeitung von wirtschaftlichen Angelegenheiten, Erstellen von Statistiken bis hin zu Verhandlungen mit der Geschäftsführung. Ich möchte es nicht mehr missen; ich denke, dass das mein Auftrag ist, den man mir mit auf den Weg gegeben hat.

HB: Was würdest du machen, wenn du einen Tag lang der „König von Deutschland“ wärst?

A.K.: Folgende Gesetzesentwürfe aus der Schublade holen und erlassen: 1. Reduzierung der Höchstarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, damit gleichzeitig mehr Zeit für Familienfreizeittage wäre. 2. Familienfreizeittagegesetz. 3. Begrenzung und Verteilung der Vermögen.

Die HB bedankt sich für das Gespräch und wünscht persönlich, politisch und beruflich weiterhin alles Gute.