Edgar Gutjahr
Erschienen in: Widerspruch (Fürstenwalde, Brandenburg)

Seit 1990 konstante Fraktionsstärke in Woltersdorf

Probleme aber stets anders

Woltersdorf

Die Ortsgruppe Woltersdorf der LINKEN kann seit der Wende auf eine stabile und konstante Teilnahme an der Arbeit der Gemeindevertretung zurückblicken. Seit dieser Zeit stellte und stellt sie jeweils vier Gemeindevertreter (von 18) und erhielt bei der letzten Kommunalwahl die meisten Stimmen. Sechs weitere Parteien oder Gruppierungen waren noch vertreten. Daher sieht man sich immer wieder neuen Problemen und Konstellationen gegenüber. So gibt es im Ort seit 2010 einen grünen Bürgermeister, Dr. Rainer Vogel, der auch für viele Bürger überraschend den 20 Jahre im Amt aktiven parteilosen Vorgänger Wolfgang Höhne abgelöst hat. Vogel hatte allerdings nur einen grünen Gemeindevertreter an seiner Seite und SPD, CDU und Bürgerforum stimmen konstant gegen ihn. Der Abgeordnete der GRÜNEN ist zudem inzwischen dort ausgetreten und hat sich als Parteiloser der Fraktion CDU/FDP angeschlossen.

So rutscht die Lösung kommunaler Fragen auf Grund der Mehrheitsverhältnisse immer wieder in den Hintergrund.
Trotzdem konnte DIE LINKE im Ort auch seit 2008 auf Erfolge verweisen. Dank guter Zusammenarbeit mit Bürgerinitiativen und Mittelstandsverein konnte der behinderten gerechte Ausbau des Gehweges in der Schleusenstraße durchgesetzt werden. Die Alte Schule wurde als kulturelles Zentrum des Ortes mit Bibliothek,
Heimatmuseum und Räumen für kulturelle Veranstaltungen ausgebaut. Trotz der Gegenwehr anderer Fraktionen wurde ein Seniorenbeirat gegründet. Mehr als ein Drittel der Einwohner Woltersdorfs sind Senioren. Ein immer dringlicheres Problem muss in Angriff genommen werden, seniorengerechte Wohnungen sind zu schaffen. An der Schleuse, der touristischen Attraktion des Ortes, wurden zusätzliche Spiel- und Sportgeräte aufgestellt.

Der Ort Woltersdorf wurde vor wenigen Jahren als das jüngste Dorf im Kreis Oder-Spree mit mehr als zwölf Prozent von Einwohnern unter 15 Jahren ermittelt. Trotzdem stehen vor den Genossen im Ort vor den kommenden Kommunalwahlen 2014 wichtige Fragen. Wie gelingt es, jüngere Kandidaten zu gewinnen, und warum zeigen die
Kinder der Genossen so wenig Interesse an der politischen Arbeit?

Immer wieder werden die Genossen im Ort auf die Bildungspolitik des Landes angesprochen und hören dann solche Fragen: „Warum gibt es so starre Festlegungen der Klassenstärken an den staatlichen Schulen?“ Damit werde nur der Zulauf zu den privaten Einrichtungen unterstützt. Neben der kommunalen Grundschule am Weinberg gibt es noch die Freie Schule Woltersdorf, eine reformpädagogisch orientierte Grundschule, sowie die ebenfalls private Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe FAW. Warum wurde eine private Grundschule genehmigt, obwohl es eine gute staatliche Schule gibt? Weshalb reicht das Land die Begleichung von Kita-Betriebskosten nicht an die Kommunen weiter? Ein weiteres Problem für gemeindeeigene Einrichtungen ergab sich zudem daraus, dass man der christlichen Kindertagestätte gestattete, ihre Kapazität um 30 Prozent zu reduzieren. Dagegen sind die gemeindeeigene und die AWO-Kita mit Sondergenehmigung überbelegt. Wie soll sich daraus eine gleichwertige, pädagogisch vertretbare Betreuungsarbeit ermöglichen? Das sind Probleme, mit denen die Ortsgruppe der Partei auch künftig konfrontiert wird.

Eines ist aber sicher. DIE LINKE will bei den Kommunalwahlen 2014 zumindest ihre Fraktionsstärke von vier Abgeordneten behaupten, um weiter an der Lösung der Probleme im Ort gut mitwirken zu können.

Für diese Bank, hier mit Edgar Gutjahr, hat die LINKE-Fraktion gekämpft


Autor
Edgar Gutjahr, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE in der Gemeindevertretung Woltersdorf, auf der von der Fraktion gespendeten Bank. Sie wurde nach Absprache mit der Gemeindeverwaltung in der Schleusenstraße
aufgestellt. Vielleicht ist diese Aktion ein Anstoß für Andere, ebenfalls solche Ruhepunkte in der Gemeinde Woltersdorf zu schaffen.