18.03.2016
Peter Kolbe
Erschienen in: Marzahn-Hellersdorf links (DIE LINKE. Berlin, Berlin, Berlin)

Sieben Minuten Beethoven ...

Vernissage mit Ulrich Uffrecht

Ulrich Uffrecht während der Ausstellungseröffnung.
Marzahn-Hellersdorf

Sieben Minuten Beethoven aus dem Klavierkonzert Nr. 5 genossen die andächtig lauschenden Gäste dieser Uffrecht-Vernissage am frühen Abend des 24. Februar. Regina Kittler und Dr. Manuela Schmidt hatten wieder in ihr Abgeordnetenbüro am Helene-Weigel-Platz 7 zum ROTEN SOFA geladen und viele, viele kamen.
Besagtes Klavierkonzert war für den Maler aus Friedrichsfelde-Ost einst Anstoß zu einem Gemälde in rotbraunen Farbtönen, im Zentrum durchbrochen von grünem Kontrast. Da stand es nun auf einer Staffelei, und
Beethovens Musik bot Gelegenheit, sich im Bilde umzuschauen und seine eigenen Impressionen auszukosten. „Warum abstrakte Malerei?“, fragt Uffrecht die Zuschauer. „Weil auch Musik etwas Abstraktes darstellt.“ Und letztlich ist ein abstraktes Bild ja nur der Extrakt gegenständlicher Blicke, die sich schließlich zu diesem Ergebnis „einkochen“.
Zu erleben war diesmal mehr als „nur“ ein Maler. Ulrich Uffrecht ist sehr aktiv in der Hilfe für Flüchtlinge, beispielsweise als Deutschlehrer. Ein paar seiner „Schüler“ waren ihm zur Vernissage gefolgt. Auch als Karikaturist hat er Amüsantes aufzuweisen, wovon man sich in seinen mitgebrachten Bildheften überzeugen konnte. Mit spitzem Stift und nicht weniger spitzer Zunge hat er da festgehalten, wie es Adam und Eva nach dem Paradies erging und wie die Sache mit Romeo und Julia wirklich verlief.
Seine Frau Bärbel Uffrecht hielt sich übrigens bescheiden zurück, obwohl ihr Mann betonte, dass gerade sie verantwortlich gewesen sei für die Entstehung der Bildhefte. Und wer die Uffrechts mal im Atelier (Ruwersteig 38) besucht, kann sich davon überzeugen, dass wiederum sie die große Gärtnerin ist, während er dort nur „Befehle ausführt“. Und zur IGA 2017 wird das Atelier Uffrecht sogar ein Objekt der „IGA vor Ort“ sein: der Garten und die Kunst, also Garten-Kunst im besten Sinne.
Dieses ROTE SOFA (nun schon Nr. 15) war wieder ein gelungener Treffpunkt für interessierte linke Leute – von Marzahn bis Schöneberg, denn so weit reicht der Einzugsbereich indessen. Da muss man neugierig sein, wie es wohl am 14. März zugehen wird, wenn Prof. Dr. Günter Benser sein Buch vorstellt: Ulbricht vs. Adenauer: Zwei Staatsmänner im Vergleich.