17.12.2015
Margitta Mächtig, Landtagsabgeordnete
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

Brücken bauen

Ein Erlebnisbericht aus dem Übergangswohnheim in Wandlitz

Wandlitz/Barnim

Seit geraumer Zeit haben die Johanniter die Betreibung des Übergangsheimes in Wandlitz übernommen. Natürlich wollte ich mich erkundigen, wie es läuft mit dem Um- und Ausbau des Gebäudes und der Betreuung der Flüchtlinge. So folgte ich gern der Einladung des Geschäftsführers, Herrn Opitz.
Es ist schon ein bedrückendes Bild, wenn man die 43 Liegen in der ehemaligen Sporthalle sieht, auf denen die Flüchtlinge schlafen und unter denen sie ihr weniges Hab und Gut verstauen. Sie sehen müde und traurig aus und doch schimmert bei einigen auch Hoffnung in den Augen. Hoffnung, von der wohl niemand weiß, ob wir sie gemeinsam erfüllen können. Während des aufgeschlossenen Gespräches erfuhr ich, dass es dank einer guten Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Gewerken rasch mit dem Ausbau vorangeht und die Zimmer ebenso wie die Sanitärräume bereits saniert sind. Kleinigkeiten müssen noch erledigt und die Zimmer eingerichtet werden.
Es ist ein Problem, dass nur wenige einer Beschäftigung nachgehen können und somit zum ewigen Warten verdammt sind. Hier liegt die größte Herausforderung im Rahmen der sozialen Betreuung. Es geht nicht darum, permanent etwas für unsere Gäste zu machen, sondern gemeinsam mit ihnen an der Verschönerung des Objektes, aber auch an dem Erhalt von Ordnung und Sauberkeit zu arbeiten, denn auch so werden Brücken zwischen den Kulturen gebaut, über die wir in beide Richtungen gehen können. Gefreut hat mich, dass die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung gelobt und zugleich auf die Herausforderungen für die gesundheitliche Betreuung der Flüchtlinge hingewiesen wurde. So ist es begrüßenswert, dass die Johanniter auch Personal mit medizinischen Grundkenntnissen einsetzen, das als Ansprechpartner vor Ort agieren kann.