25.01.2016
Christa Horstmann
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

Immer wieder Neues geboten

Traditionsreicher Tempelgarten
Neuruppin

Am 10. Dezember 2015 ist eine Arbeit von 34 Jahren zu Ende gegangen, von der eigentlich selten viel Aufhebens gemacht worden ist. Und doch war es ein wichtiges, ein beständiges, ein inhaltsreiches und interessantes Stück Kulturleben, das den städtischen Alltag in Neuruppin und das Leben zahlreicher Mitglieder (und ihrer Gäste bei Veranstaltungen) bereicherte: die Kulturbundgruppe RUPPINER GESCHICHTE hat immer Wissenswertes über Entwicklung, Gegenwart und Zukunft der Stadt, des Kreises und darüber hinaus oder auch von nicht weniger interessanten früheren und heutigen Persönlichkeiten angeboten und zu ausgesprochen vielseitigen Exkursionen eingeladen. Es wird uns etwas fehlen, bedauerten etliche Mitglieder und mussten dann doch - mangels Nachfolge für den Vorstand - die Beendigung des Wirkens der Gruppe beschließen.

1981 wurde die Neuruppiner Kulturbundgruppe durch die seinerzeitige Museumsdirektorin Lisa Riedel gegründet, die die Mitarbeit vieler interessierter Bürger auf diesem Gebiet suchte. (Die Gruppe gehörte damals im Land zum »Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands«, später DDR.) Über 80 Mitglieder waren es sofort, die ein vielseitiges kulturelles Wirken in Angriff nahmen - in einer Stadt, wo gerade auch seit 1945 Kultur und Kunst eine nicht unbedeutende Rolle spielten. Mit großer Regelmäßigkeit fanden in den 34 Jahren an fast jedem letzten Donnerstag im Monat die Zusammenkünfte statt. Immerhin hieß das für den Vorstand, für ca. 350 Veranstaltungen Ideen zu entwickeln (woran zahlreiche Mitglieder viel Anteil hatten!), zu planen, Inhalte zu überlegen, Referenten und Ziele zu finden - und alles bis ins kleinste zu organisieren. Jeder, der ehrenamtlich tätig ist, kennt den Spaß, sprich Aufwand ...

Seit 30 (!!) Jahren hat die ehemalige Lehrerin Erika Herms mit viel persönlichem Engagement, mit Umsicht und Zeit, die Kulturbundgruppe geleitet und sich ein großes Dankeschön verdient. Das gilt besonders auch für die Vorstandsmitglieder, die sie tatkräftig unterstützten - Rosi Warnest, Lisa Riedel, Ilse Schilling u.a. Viele weitere Mitglieder müssten eigentlich genannt werden, wie z.B. Kurt Rienaß, Siegfried Schwanz, Günter Rieger, Dieter Exner, die auch mit eigenen Forschungsarbeiten bzw. Veröffentlichungen aufwarteten.

Man muss noch dazu sagen, dass die Gruppe nur von den Beiträgen und Spenden der Mitglieder gelebt und alles damit bestritten hat und keinerlei Zuschüsse erhielt.

Dem Restaurant Tempelgarten in Neuruppin sei Dank, dass wir hier in traditionsreicher, gediegener und überaus freundlicher Umgebung in diesen Jahren immer eine sehr schöne Bleibe hatten.

So sind die 34 Jahre Wirken der Kulturbundgruppe RUPPINER GESCHICHTE und ihrer Mitglieder auch ein Beispiel dafür, wie durch sie ein ganzes Stück vielseitiges Kulturleben in der Fontanestadt Neuruppin mitgestaltet wurde.

Vielleicht schreiben geschichtsinteressierte Schüler einmal eine ausführliche Chronik über dieses interessante Thema??