21.01.2016
Christa Horstmann
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

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Axis Mundi - Weltenachse
Neuruppin

Eine ganz andere Art zu malen präsentiert Jens Kanitz, der Neuruppiner Künstler, in der Galerie »Raumglück« in der Präsidentenstr. 8. Unter Verwendung von Naturmaterial - Pflanzen und Zweige -, alten Schriften, Zeichnungen und Farbe stellt er dort Bilder vor, wo sich das Ansehen allemal lohnt.

Wir besuchten ihn in seinem Atelier in Gildenhall und konnten hier seine erstaunliche Vielseitigkeit - auch wunderschöne kleine Skulpturen und Zeichnungen waren zu sehen - kennenlernen.

Die Ausstellung im »Raumglück« nennt er »Herbarien 1897-2015«. Als er vor Jahren noch in Netzeband sein Atelier hatte, »entdeckte« er für sich diese ungewöhnliche Art der Bilder. Sein wohl bekanntestes Werk in Neuruppin ist die »Weltenachse« - sie steht vor dem Amtsgericht. Sie verkörpert das Bild einer Säule als Mittelpunkt und zentrale Achse der Welt, die zu einer Himmelsleiter wird, die niedere und höhere Welten verbindet. Die hohe Skulptur (im Kleinformat in seiner Ausstellung zu sehen) ist aus einem Eichenstamm gearbeitet.

Manchmal ist ’s für den Normalbürger nicht so einfach, die Inhalte moderner Kunst zu erkennen; man muss sich schon damit beschäftigen. Jens Kanitz, Mitte 40, gelernter Forstwirt, danach Studium der Kunsttherapie, gestaltet auch besonders gern Holz. Übrigens ist er »nicht nur« freischaffender Bildhauer und Grafiker. Er arbeitet vor allem auch (und gern!) wöchentlich etliche Stunden als Kunsttherapeut im Neuruppiner Klinikum. Das Kennenlernen vieler Menschen und ihrer Schicksale, ihr Bemühen um das Verständnis von Kunst, das eigene künstlerische Betätigen (auch wenn es nicht den Anspruch auf »Kunst« erhebt) betrachtet er als eine Bereicherung für sich und seine Arbeit.