07.05.2014
Erschienen in: DIE LINKE. in der Wetterau (Hessen)

Für ein friedliches und soziales Europa!

DIE LINKE. kritisiert die europäische Politik. Doch gehörte der Traum eines friedlichen und sozialen Europa von jeher zur linken Zukunftsvorstellung. Gabi Faulhaber, Kreistagsabgeordnete der Linken, im Interview.

Unsere "Task-Force" nach einem erfolgreichen Verteil-Einsatz der Kreiszeitung in Büdingen (Wetteraukreis). Wir verteilen zweimal im Jahr 30 000 Kreiszeitungen. Damit erreichen wir etwas mehr als ein Viertel aller Haushalte im Kreisgebiet.

Was interessiert dich denn an Europa?

Mit einem vereinigten Europa könnte es eine Chance geben für Völkerverständigung und Frieden.

Aber im Moment gibt es doch eher Probleme in Europa...

Ja, das stimmt leider. Im Moment wird Europa durch die Krisenpolitik eher gespalten. In hilfloser Wut stehen die Menschen in den Krisenländern den künstlich geschaffenen sozialen Verwerfungen gegenüber. Kürzungen bei Löhnen, Renten, Sozialleistungen, Gesundheitsversorgung usw. werden von der Troika (Europäische Zentralbank, Europäische Währungsunion und Europäische Kommission) diktiert. Anstatt den Menschen zu helfen und notwendige soziale und ökologische Investitionen zu tätigen, wurden seit Beginn der Finanzkrise unglaubliche 5100 Milliarden Euro in der EU für die Bankenrettung eingesetzt.
Das ärgert mich vor allem als Kommunalpolitikerin!

... als Kommunalpolitikerin?

Ja natürlich! Die Kredithilfen für Griechenland flossen fast vollständig in die Taschen der Banken und privaten Gläubiger. Jetzt haften die Steuerzahler/innen für die Bankenrettungspakete. Die Staatsverschuldung stieg in Deutschland dadurch um weitere 360 Milliarden Euro an. Nur 50 Milliarden Euro davon hätten gereicht, um auf einen Schlag die kurzfristigen Schulden der deutschen Kommunen zu begleichen. Der Wetteraukreis würde dann nicht unter dem Schutzschirm stehen. Die Bürger/innen würden nicht immer höher belastet werden.

Was will DIE LINKE?

Eine echte Umverteilung von oben nach unten: Spekulationen müssen wieder reglementiert werden. Die unvorstellbaren Vermögen, die 1% der Bevölkerung gerade in der Krise angehäuft haben, müssen ausreichend besteuert werden. Wir brauchen eine europäische Sozialunion. Die Löhne und Renten müssen wieder steigen.

Das ist schwierig, oder?

Ja, das ist es. Es müsste mehr Proteste geben. Und ich werbe um Stimmen für DIE LINKE. zur Europawahl am 25. Mai. Eine starke linke Fraktion im Europaparlament ist dringend nötig.