20.11.2015
Margot Ziemann
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

Visionen für die nächsten 15 Jahre

LINKE Bernau: Wie soll sich die Stadt bis 2030 entwickeln?

Bernau/Barnim

Nahezu 70 interessierte Teilnehmer konnte die Fraktionsvorsitzende der LINKEN, Dr. Dagmar Enkelmann, Mitte Oktober im „Treff 23“ begrüßen. Stadtentwicklungs- und Wohnbedarf, Aufgaben für Politik und Verwaltung, Schaffung bezahlbarer Wohnungen, die Infrastruktur – das waren Themen der konstruktiven, kritischen Debatte über die Zukunft Bernaus. Seit 1992 wurden in der Stadt 6.800 Wohnungen neu gebaut, 63 Prozent davon in Ein- und Zwei-Familienhäusern, referierte Dr. Hildegard Bossmann zu Beginn. Jetzt gäbe es jedoch verstärkte Nachfrage nach innerstädtischen, bezahlbaren Mietwohnungen für Familien, Ältere und Alleinstehende. Planungssicherheit werde gebraucht, bestätigte Antje Mittenzwei, Geschäftsführerin der kommunalen Wohnungsgesellschaft WOBAU. Der größte Vermieter der Stadt hat in den letzten drei Jahren 100 Wohnungen gebaut und will mit staatlicher Förderung für Sozialwohnungen bis 2019 nochmals 400 Mietwohnungen realisieren (siehe Seite 1). Die LINKEN wollen die Voraussetzungen schaffen, um alle Fördermöglichkeiten für sozialen Wohnungsbau in Anspruch zu nehmen. Das dafür notwendige Integrierte Stadt­entwicklungskonzept ist bereits in Arbeit.
Bernau als starkes Mittelzentrum und attraktiven Standort auszubauen, so umriss Bürgermeister André Stahl (LINKE) seine Vorstellungen zur Stadtentwicklung, Gewerbeansiedlung, Verkehrs- und Sozialinfrastruktur. Eigenheimsiedlungen werden in den nächsten Jahren noch in Schönow, Börnicke, Rehberge und Bernau Süd entstehen. Doch „städtebaulich müssen wir die noch vorhandenen Wohnbauflächen künftig mit Geschoss- und Mietwohnungsbau besser auslasten“, ist sich Stahl sicher. Dafür seien die großen ehemaligen Militärflächen Schönfelder Weg und Schwanebecker Chaussee vorgesehen. Mit sozialer Infrastruktur wie Kindergärten und Schulen sei Bernau für die Zukunft gut aufgestellt. Die Verkehrs­infrastruktur innerhalb der Stadt stoße an ihre Grenzen. Deshalb soll die Ladestraße des ehemaligen Güterbahnhofes als Entlastung für die Anwohner von Bernau Süd, dem Nibelungenviertel und Börnicke ausgebaut werden. Es werde geprüft, ob der Stadtring durch eine Einbahnstraßenreglung mehr Verkehr aufnehmen könne.
Bauingenieur und Unternehmer Dr. Manfred Hübler will für die Stadt einen neuen Flächennutzungsplan. Er entwirft ein Modell, wonach die Stadt in konzentrischen Kreisen über das bisherige Stadtgebiet hinaus entwickelt werden könnte. Ansatzpunkt sei der hauptsächlich aus dem Süden kommende und nach Süden gehende Verkehr. Nach umfassender Analyse und Debatte mit den Bürgerinnen und Bürgern sollten Visionen formuliert und eine Umsetzungsstrategie erarbeitet werden.