02.11.2015
Jürgen Schubert
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

Fairer Handel für bessere Lebensbedingungen

Aktionstag zur Kampagne »Mensch. Macht. Handel. Fair.«

Reges Interesse an fair gehandelten Waren
Neuruppin

Zum Auftakt der Interkulturellen Woche unter dem Motto »Vielfalt - das Beste gegen Einfalt« fand am 17. September 2015 auf dem Neuruppiner Schulplatz der Aktionstag »Ruppiner Zukunft: fair & global« auf Einladung des Vereins ESTAruppin statt. Das Ergebnis war für alle ein interessanter Nachmittag zu Themen wie fairer Handel, Umweltschutz, Gerechtigkeit, friedliches Miteinander und das Kennenlernen verschiedener Projekte und Konzepte sowie entsprechender Ansprechpartner und Möglichkeiten zum Mitmachen.

Im Mittelpunkt stand der mobile Weltladen von ESTAruppin, der erstmals seine fair gehandelten Waren auf dem Schulplatz anbot. Hier gab es die klassischen Fairtrade-Produkte wie Kaffee, Tee, Schokolade und Gewürze, aber auch Gebäck, Nüsse, Reis und Säfte zu kaufen. Produkte aus fairem Handel sind natürlich teurer als konventionelle, aber wenn man bedenkt, dass »billig« zumeist auf dem Leid und Elend anderer beruht, sollte man sein Kaufverhalten schon mal überdenken. In der Elfenbeinküste, weltgrößter Kakaoproduzent und -exporteur, müssen anbauende Familien mit täglich einem halben Dollar pro Person auskommen. Damit die Armutsgrenze von zwei Dollar erreicht wird, müsste es also viermal so viel sein. Da kann man schon verstehen, dass sich diese Menschen nach Alternativen umsehen - und die liegen nun mal in den Ländern, die von diesem Elend profitieren.

ESTA: DaSein nach dem Ankommen

Weiter wurde das Projekt »Montage-Cafe´« vorgestellt (immer montags auf dem Neuruppiner Bauspielplatz). Dort helfen Ehrenamtler bei der Reparatur von Fahrrädern, Möbeln und Elektrogeräten.

Am Stand der Bewohner des Übergangswohnheimes Treskow konnten wieder liebevoll zubereitete Spezialitäten aus Eritrea, Albanien und Russland gekostet werden - diese schmeckten sehr lecker und waren wie der selbstgebackene Kuchen nach kurzer Zeit aufgegessen.

»DaSein nach dem Ankommen« ist eine neue Initiative von ESTAruppin, die alle Neuankömmlinge, egal ob Flüchtling oder Zugezogener, über vielfältige Gemeinschaftsaktivitäten zusammenbringen will.

Kreissprecherin Britta Avantario sagte in ihrem Grußwort unter anderem, dass viele Flüchtlinge ihre Heimat aus Angst vor Terror, religiöser Verfolgung und Krieg verlassen, ein Teil aber auch »nur« aus materieller Not, einfach, um mit ihrer Familie den täglichen Kampf ums Überleben zu gewinnen. Hier kann fairer Handel und damit auch jeder einzelne von uns seinen Beitrag zur Unterstützung der Menschen in ihren Herkunftsländern leisten.