02.11.2015
Marco Christian Wiese (MaC)
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

Tour de Tolerance - bunt und weltoffen

Über 100 Fehrbelliner und Gäste radelten für ein friedliches Miteinander

Am Start wird´s immer enger
Fehrbellin

Wechselhaftes Wetter mit dunklen Regenwolken und zwischendurch immer wieder Sonne, die dem blauen Himmel die Bahn bricht. Ganz so, als wollte der Wettergott den allzu irdischen Geschehnissen bei uns Rechnung tragen. Immer stärker polarisiert das Thema Flucht, und immer abwechslungsreicher gestaltet sich unsere Gesellschaft mit der Ankunft vieler neuer MitbürgerInnen.

Auch zur fünften Tour de Tolerance, in deren Verlauf immer wieder die Friedenstaube symbolisch genutzt wurde, fanden sich am Morgen des 5. September zahlreiche Menschen ein. Das Aktionsbündnis Fehrbellin veranstaltete die diesjährige Fahrradtour mit altbekannter Unterstützung von den Hoffnungstaler Werkstätten aus Dreibrück sowie den örtlich engagierten BürgerInnen. Es konnten spürbar mehr Leute gewonnen werden, sich am mehrstündigen Programm zwischen Fehrbellin und Linum zu beteiligen, als im vorangegangenen Jahr - darunter Kleine und Große, jung und alt, Deutsche und Nichtdeutsche. Und obwohl politisch breit angelegt, war DIE LINKE die einzig sichtbar vertretene Partei vor Ort. Ausgenommen Landrat Ralf Reinhardt, der ursprünglich als parteiloser von der LINKEN unterstützt wurde, mittlerweile in die SPD eintrat und sich von den Aktionen beeindruckt zeigte: »Ich wünsche mir solche Tolerance-Touren an vielen Orten im Kreis«.

Einige der über 100 TeilnehmerInnen erwähnten sowohl während des Events, als auch Tage später, dass es ihnen so richtig gut getan hat, gemeinsam mit immer mehr Menschen aus Fehrbellin und Umgebung für Toleranz und gegen Rassismus einzutreten. Diesem verdammt guten Gefühl, solidarisch für ein menschliches Miteinander einzutreten, kann sich auch der Autor nur anschließen.

Aufgrund der Brandstiftungen gegen türkische Imbisse und geplante Flüchtlingsheime, die brutalen Überfälle auf minderjährige »Linke«, den anhaltenden Alltagsrassismus und der drohenden Geschichtsvergessenheit in unserer Region und anderswo, gilt es jetzt noch mehr Aktionen zu starten, die über Symbole hinausgehende Strahlkraft entwickeln. Fluchtursachen, ein verschärftes Asylrecht und faschistoide Gewalt erfordern solidarische Handlungsperspektiven mit allen Lohnabhängigen - global ebenso wie lokal.