23.10.2015
Michael Matthes
Erschienen in: Mittelsächsische LinksWorte (Mittelsachsen, Sachsen)

Kolumne - auch zum Thema Flüchtlinge

Irgendwo auf einem kalifornischen Kampground war mal das WLan so, dass ich außer dem Abholen von eMails auch ins Internet schauen konnte. Auf der Kachel „Nachrichten“ ein Bild. Es war in meinem Geburts- und Wohnort Heidenau aufgenommen. Das waren vielleicht meine ehemaligen Schulkameraden, deren Kinder und Kindeskinder. Oder Bekannte, die ich schon lange kenne und die nun dem Nazi-Mob Spalier boten. Ganz sicher sind es Leute, die den Verstand nicht immer gebrauchen und die deshalb Ursache und Wirkung verwechseln. Aber man könnte mit ihnen reden; man könnte es versuchen, sie aus dem Nazi-Publikum herauszulösen. Doch dann dieser unsägliche Gabriel. Prompt hielt danach irgendeiner das Schild hoch – „Wir sind das Pack!“.

Zum Glück ist das (noch) nicht typisch. Und doch gibt es eine Kehrseite, und der müssen wir im Interesse der Hilfe für die tatsächlich Schutzbedürftigen vorbeugen. Ein merklicher Anteil der Einwanderer kommt aus einem Lebensmilieu, das die Zustände in Deutschland als paradiesisch empfinden muss. Das Lebensmilieu im Heimatland derer ist aber auch gekennzeichnet von Verbrechen, Brutalität und Kampf ums Dasein. Dementsprechend ist deren Verhalten hier. Jeder, der jemals dies aus nächster Nähe gesehen hat, weiß, da hilft kein gutes Zureden, da hilft nur ein Einschreiten, notfalls auch mit Gewalt.

Sollte es sich also als wahr erweisen, dass die Norma- und die Netto-Kaufhalle an der Chemnitzer Straße in Freiberg so beklaut wird, dass die Verluste jedes erträgliche Maß überschreiten, dann müsste eingeschritten werden. Wenn das unterbleibt oder wenn es schön geredet wird, verliert man das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger.

Sollte es sich als wahr erweisen, dass Studenten der Bergakademie in Freiberg die Wohnheim-Unterkünfte gekündigt werden, weil der (private) Vermieter von staatlichen Stellen mehr Mieteinnahmen angeboten bekommt, können wir nicht erstaunt sein, wenn sie den Rechtsaußen zuhören.

Sollte es sich als wahr erweisen, dass junge Familien ihre Lebenspläne ändern müssen, weil Kinder von Einwanderern per Auflage vom Staat in den Kitas bevorzugt werden müssen, dann ist das eine provozierende Verantwortungslosigkeit der Behörden.

Und nun folgendes Gedankenspiel: Der (nicht große) Anteil der deklassierten Einwanderer an der Gesamtzahl der Einwanderer, die keine Chance aufs Hierbleiben haben, bildet Banden und geht auf Raubzüge. Die gewaltbereiten Nazis bilden nach der ersten Plünderung SchutzStaffeln (SS). Und die „Staatsmacht“ wird des Ganzen schon am Anfang nicht mehr Herr. Es prüfe jeder, wie weit weg er dieses Szenario von der realen Möglichkeit hält. (mm)