09.10.2015
Gabi Faulhaber
Erschienen in: DIE LINKE. in der Wetterau (Hessen)

Ein Drittel Sozialwohnungen!

Heute gibt es im Wetteraukreis über 800 Sozialwohnungen weniger als vor zehn Jahren, während in der gleichen Zeit nur 59 neu gebaut wurden. So kann das nicht weitergehen, sonst lässt die starke Nachfrage die Mieten explodieren.

wetteraukreis

Freiburg macht es vor: dort beschloss der Gemeinderat im August 2015, dass 50 Prozent aller Bauvorhaben Sozialwohnungen oder geförderte Mietwohnungen sein müssen. Zuvor gab es schon eine Quote von 30 prozent, die jetzt erhöht worden ist. Interessant die Begründung. Sie lautet: die Zahl der Wohnungssuchenden sei deutlich angestiegen, von 397 Haushalten im Jahr 2000 auf 1332 Haushalte im Jahr 2013. Da müsse man handeln.

Das gilt auch für den Wetteraukreis

Das Pestel-Institut stellte in einer Studie (Hannover 2012) fest, dass im Jahr 2017 in der Wetterau 2780 Wohnungen fehlen werden. Allein bei der Friedberger Wohnungsbaugesellschaft stehen heute mehr als 350 Wohnungssuchende auf der Warteliste. In der Wetterau ging der Bestand an Sozialwohnungen in den letzten zehn Jahren um 800 zurück. Gebaut wurden 59 neue Sozialwohnungen. Jeder normal denkende Mensch sieht hier Handlungsbedarf. Wieso ducken sich unsere Kommunalpolitiker weg?

Es ist unbestritten, dass Sozialwohnungen gebaut werden müssen. In Hessen haben 40 000 Haushalte Anspruch auf eine Sozialwohnung, doch es gibt sie nicht. So kann das nicht weitergehen.

Kommunalpolitiker müssen handeln

Besonders in den Westkreiskommunen muss der soziale Wohnungsbau Vorrang bekommmen. Wenn die Stadtverordnetenversammlungen und Gemeinderäte einen Bebauungsplan aufstellen, müssen 30 Prozent für den Bau von Sozialwohnungen festgeschrieben werden! Die Kommunalen Wohnungsbaugesellschaften brauchen eine deutliche Aufwertung und die Kommunen müssen in Neubauten investieren. Dazu kann der Wetteraukreis ein flankierendes Investitionsprogramm beschließen. Der Verkauf von Gemeindewohnungen muss gestoppt werden. Bund und Land müssen die Mittel für den sozialen Wohnungsbau erheblich aufstocken. Da reicht eine Milliarde nicht aus.