08.07.2015
Sebastian Walter
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

Refugees Welcome

20. Juni: Flucht ist kein Verbrechen

Barnim

Wir alle verfolgen mit großem Entsetzen und wachsender Empörung das große menschliche Drama, welches sich seit Jahren im Mittelmeer vollzieht. Tausende Menschen, Junge, Alte, Frauen, Kinder verlieren auf der Flucht vor Krieg, politischer Verfolgung und unmenschlichen Lebensbedingungen ihr Leben. Sie verlieren es auch, weil die Bereitschaft der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsländer, ihnen zu helfen, nicht ausreicht und bei vielen Akteuren gar nicht vorhanden ist. Daran ändern auch die von Zeit zu Zeit und unter dem Druck schrecklicher Ereignisse vorgetragenen Mitleidsbekundungen wenig. Die aktuelle Reaktion der Europäischen Union auf die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer ist dafür ein erneuter Beleg. Es wird unter anderem vorgeschlagen, Schleuserboote zu zerstören, alle Flüchtlinge mit Fingerabdrücken zu registrieren, um anschließend mehr Flüchtlinge als bisher schneller abschieben zu können. Gleichzeitig will die Bundesregierung die schlimmste Asylrechtsverschärfung seit 1993 durchführen.

Zugleich finden in vielen Städten rassistische Aufmärsche mit zum Teil zehntausenden Teilnehmenden statt, gesteuert von Rechtpopulisten und Neonazis, brennen wieder Asylbewerber- und Flüchtlingsunterkünfte. Festzustellen ist aber auch eine erfreuliche humanistische und zivilgesellschaftliche Bewegung gegen diese Entwicklung, es bleibt jedoch eine breite Unterstützung dieser Initiativen und entsprechende Maßnahmen aus der Politik unseres Landes und der Europäischen Union in vieler Hinsicht aus.

In dieser Situation gingen am 20. Juni über 10.000 Menschen in Berlin unter der Überschrift »Refugees Welcome – Flucht ist kein Verbrechen« auf die Straße. Sie wollten ein sehr deutliches öffentliches Signal gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit und für einen grundsätzlichen Wandel in der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und der Europäischen Union zu setzen.

Viele Menschen die aktiv für ein solidarisches Miteinander streiten waren auch aus dem Barnim gekommen.

In einer tollen Atmosphäre unter anderem mit der bekannten Band „Kraftklub“ konnten spannende Gespräche und Diskussionen stattfinden.

Die Arbeit findet aber jeden Tag vor Ort statt, daran werden wir LINKE auch im Barnim weiter arbeiten und freuen uns über jede Unterstützung!