23.08.2015
Freke Over
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

Chance für die Region

Wir brauchen die Zuwanderung

Rheinsberg

Brandenburg ist seit Jahrhunderten Einwanderungsland. Mindestens seit 600 Jahren gab es immer wieder Wellen der Einwanderung in die Mark Brandenburg. Erinnern wir uns des Potsdamer Toleranzediktes (freie und sichere Niederlassung der wegen ihrer Religion verfolgten französischen Hugenotten) von 1685, das seinen Ursprung vor allem in wirtschaftlichen Interessen (Belebung der Wirtschaft des im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Brandenburg) hatte. Der Brandenburger schaffte nicht allein, was der König sich vorgenommen hatte.

Und auch heute brauchen wir wieder Einwanderung, diesmal, um den demographischen Wandel, also das Altern der Gesellschaft, zu bewältigen. Schon jetzt mangelt es an Fachkräften, und auch Auszubildende werden in einigen Berufen händeringend gesucht. Dazu kommt, dass allein in Brandenburg bis zum Jahr 2030 nach Berechnungen der Landesregierung 30.000 Pflegekräfte fehlen werden. In vielen anderen Berufen wird es nicht viel besser aussehen. Um die Herausforderungen des Alterns der Gesellschaft zu bewältigen, braucht es Zuwanderung, nur wird die dieses Mal nicht aus Frankreich kommen.

Meiner Meinung nach sollte der Ministerpräsident z. B. in Libyen, wo über eine Million Menschen auf eine Flucht nach Europa warten, ein Büro zur Einwanderung nach Brandenburg eröffnen. Mancher wird denken, der Over übertreibt mal wieder, aber nein, ich meine das ganz ernst. Statt die Menschen in See stechen zu lassen, sie auf der Flucht zu traumatisieren, braucht es legale Einwanderungsmöglichkeiten nach Europa und wir brauchen motivierte Zuwanderer, die sich hier so willkommen fühlen, dass sie heimisch werden.