14.06.2015
Christa Horstmann
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

Erinnerung bleibt Mahnung

Todesmarschgedenken mit Schweriner Radfahrern in Wittstock und Neuruppin

Gedenkstätte an der B 167 bei Wulkow
Neuruppin

Vom mittleren Alter bis um die 70 zählten die Radfahrer, die sich nun schon das sechste Jahr auf Initiative der VVN/BdA Westmecklenburg-Schwerin im April, diesmal von der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, nach Sachsenhausen auf den Weg machten.

Mit ihrer Tour gedenken sie des Todesmarsches der 30.000 Häftlinge des KZ Sachsenhausen, die kurz vor Ende des faschistischen Krieges noch auf einen qualvollen Weg nach Norden getrieben wurden. Viele mussten auf den täglich fast 40 Kilometern Strecke noch ihr Leben lassen - wegen Erschöpfung, Krankheit, Hunger, Durst, wurden von den SS-Wachmannschaften erschossen oder erschlagen und einfach am Straßenrand liegen gelassen. Auch in unserem Kreis sind die Strecken des Todesmarsches, den die Häftlinge in 3 großen Kolonnen bewältigen mussten, durch Gräber und Gedenktafeln gekennzeichnet ...

Nachdem die Radfahrer am Vortage von Genossen der LINKEN und weiteren Bürgern in Wittstock verabschiedet wurden, trafen sie sich am Nachmittag des 25. April mit Neuruppiner Genossen bei einem von Doris Hochschild und Marion Wenzel nett hergerichteten Imbiss, wo es auch zu lebhaften Diskussionen kam. Eine Panne im Ablauf wurde dankenswerterweise von Pater Wichmann (Eberhard Greulich) mit einer interessanten Stadtführung durch Neuruppin überbrückt.

Gedenkstätte wieder ansehenswert

Die bekannte, frisch sanierte Gedenkstätte an der B 167 zwischen Wulkow und dem Abzweig Lindow war ein Ort, an dem sich am Sonntag, 26. April 2015 zusammen mit dem Stadtvorsitzenden der LINKEN Achim Behringer, dem Sprecher des Aktionsbündnisses »Neuruppin bleibt bunt« Martin Osinski, dem stellvertretenden Bürgermeister Arne Krohn und dem Ortsvorsteher von Wulkow Sven Deter, etliche Bürger aus der Kreisstadt und ihren Ortsteilen mit den Radfahrern aus Schwerin versammelten. Worte des Gedenkens wurden gesprochen, Blumen wurden niedergelegt, erinnert wurde an die grauenvolle faschistische Vergangenheit, die keine Achtung vor Menschen kannte.

Angemahnt wurde von Arne Krohn, Sven Deter und Eldor Müller, Vorsitzender der VVN/BdA Westmecklenburg- Schwerin, rechtem Gedankengut und rechten Ausschreitungen, die in der letzten Zeit zugenommen haben, keinen Platz zu lassen - und auch deshalb die Erinnerung an die faschistischen Konzentrationslager, an den Todesmarsch von tausenden Häftlingen, an den faschistischen Krieg stets wachzuhalten und an die Jugend weiterzugeben.

Unsere Schweriner Freunde setzten dann mit ihren Fahrrädern ihren Weg nach Sachsenhausen fort. Man muss ihnen große Anerkennung zollen, dass sie diese sportlichen Strapazen auf dieser langen Wegstrecke auf sich nehmen - zum Gedenken an die zahllosen Opfer und, wie sie selbst sagen, für Menschlichkeit und Frieden, gegen Neofaschismus!