04.05.2015
Dagmar Pohle
Erschienen in: Marzahn-Hellersdorf links (DIE LINKE. Berlin, Berlin, Berlin)

„50 Jahre und älter in Marzahn-Hellersdorf 2015“

Dagmar Pohle stellt Befragung vor

Marzahn-Hellersdorf

Ein wesentliches Kennzeichen des demografischen Wandels im Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist eine anhaltende, drastische Veränderung der Altersstruktur. Soziologinnen und Soziologen verfolgen fasziniert, wie sich der ehemals jüngste Bezirk sowohl im Ostteil der Stadt als auch noch lange Zeit in Gesamtberlin zu einem Bezirk entwickelt hat, der inzwischen über dem Durchschnittsalter von Berlin liegt und am schnellsten von allen Berliner Bezirken altert. Diese Entwicklung war lange vorauszusehen, weshalb bereits 1995 erstmals in Marzahn die älteren Bewohner_innen befragt wurden zu ihrer Lebenssituation und ihren Lebenserwartungen. Die Ergebnisse der Befragung waren ein wesentlicher Ausgangspunkt für eine bezirkliche Altenplanung und das Entstehen und Wachsen des Netzwerkes im Alter. Inzwischen gibt es drei Interessenverbünde, den IV „Gesundheit im Alter“, den IV „Wohnen im Alter“ und den IV „Aktiv im Alter“, in denen Vertreter_innen von freigemeinnützigen Trägern, Leistungsanbietern, wie z. B. Pflegediensten, der Seniorenvertretung, von Wohnungsunternehmen und den kommunalen Mitarbeiter_innen, die eng zusammenarbeiten. Fachtagungen, Aktivtage, Beratungsangebote und eine vielfältige Öffentlichkeitsarbeit, die sich an die älteren Bürger_innen wenden, sind Ergebnisse.
Um dem demografischen Wandel und den Bedürfnissen einer stetig wachsenden Anzahl älterer, häufig noch aktiver, andererseits aber auch zunehmend bereits pflegebedürftiger Menschen gerecht werden zu können, sind eine strategisch ausgerichtete bezirkliche Altenplanung und eine sich daran orientierende Netzwerkarbeit unerlässlich. Dazu benötigt werden eben regelmäßig erhobene Daten, weshalb es in diesem Jahr in Vorbereitung der für die nächste Legislaturperiode zu erarbeitenden Planung im Auftrag meiner Abteilung Gesundheit und Soziales wieder eine repräsentative Befragung der über 50- jährigen Menschen im Bezirk geben wird. Ziel ist es, die ab 50-jährigen Einwohnerinnen und Einwohner des Bezirkes durch ihre Aussagen zur sozialen Lage, zur Lebensweise, zu ihren Lebensmaßstäben und sozialen Befindlichkeiten sowie Erwartungen in die Gestaltung der aktuellen und künftigen Seniorinnen- und Seniorenpolitik im Bezirk sowie in die sie betreffenden Planungsprozesse mit einzubeziehen.
Zum Auftakt der Beratung wird es ein Pressegespräch geben, im Sommer werden die Fragebogen verschickt, Ende des Jahres sollen die auswertbaren Rohdaten vorliegen, den Abschlussbericht mit Handlungsempfehlungen soll im ersten Halbjahr 2016 geben.