04.05.2015
Peter Kolbe
Erschienen in: Marzahn-Hellersdorf links (DIE LINKE. Berlin, Berlin, Berlin)

Kultur im Dutzend

Kulturfahrt durch Kleinmachnow mit Harald Kretzschmar (rechts im Bild), im Vordergrund: Regina Kittler, die Organisatorin
Marzahn-Hellersdorf

Das klingt sehr nach Schnäppchen, und das ist es ja wohl auch. Zum 12. Male begab sich die Abgeordnete Regina Kittler mit einem prall gefüllten Bus voller Enthusiasten aus der LINKEN und den Gewerkschaften hauptsächlich aus Marzahn-Hellersdorf auf „Kulturfahrt“. Was 2007 mit einer Exkursion ins spätmittelalterliche Görlitz begann (damals auf den Spuren von Wolfgang Reuters Buch „Ein Schatz für Anke“), führte diesmal nach Kleinmachnow und Petzow, um Karikaturist und Autor Harald Kretzschmar, den „nd“- und „Eulenspiegel“-Lesern bestens bekannt, zu treffen.

Bei einer Fahrt durch die für den Bus abenteuerlich engen und zugeparkten Sträßchen von Kleinmachnow plauderte Kretzschmar die vielen kleinen und großen Geheimnisse einstiger prominenter Bewohner der vorüberziehenden Häuser aus – von Kurt Weill und Lotte Lenya bis Erwin Geschonneck und Agnes Kraus. Denn alle diese wohnten hier, in den oft unscheinbaren Einfamilienhäusern und zuweilen auch etwas großzügigeren Villen. Kurzum: Wer wüsste auf Anhieb einen namhaften deutschen Künstler, der nicht mal in Kleinmachnow gewohnt hätte ...
Und wer sich nicht alle Storys gemerkt hat, kann in Kretzschmars Buch „Paradies der Begegnungen“ nachschlagen, in dem viele der Kleinmachnower Geschichten und manch bekanntes karikiertes Gesicht verzeichnet sind. Daraus las und erzählte der Künstler mit nicht erlahmendem Elan und Detailkenntnis. Und als Sahnehäubchen gab‘s in jedes gekaufte Buch noch eine Porträt-Karikatur des neuen Eigentümers obendrauf.

Die KKK (Kittler-Kultur-Karawane) wird weiterziehen. Nächste Stationen sollen eine Begegnung mit Christel Bodenstein im Lebuser Land im November sein und nächstes Jahr im März die Künstlerkolonie Worpswede. Vielleicht begegnen wir dann ja weiteren Karawanen, die diese gute Idee der Kultur-Reisen auch für sich entdeckt haben. Das wünscht sich und Ihnen: Peter Kolbe