27.04.2015
Hans Weiske
Erschienen in: Mittelsächsische LinksWorte (Mittelsachsen, Sachsen)

Marcel Dönicke - kandidiert in Freiberg

Unser OB-Kandidat Marcel Dönicke

Marcel Dönicke hatte nach eigenem Bekunden bereits Ende des vergangenen Jahres den Entschluss gefasst, sich um das Amt des Freiberger Oberbürgermeisters zu bewerben, da „endlich frischer Schwung in den Laden kommen müsse“. Im Dezember hat er sich im Rathaus erkundigt, welche Voraussetzungen er als unabhängiger Kandidat dafür erbringen muss. Anfang Februar erfuhr er über ein Gespräch der „Freien Presse“ mit Uwe Fankhänel, Vorsitzenden des Ortsverbandes der LINKEN in Freiberg, dass diese ohne eigenen Kandidaten in den Wahlkampf gehen müsse. Kurz entschlossen meldete er sich in der Freiberger Geschäftsstelle, zumal er wie sein Freund Reik Kneisel, mit dem er in einer Wohngemeinschaft lebt, „links tickt“. Reik kommt aus Frankenberg und fand über den linken Jugendverband [´solid] zur LINKEN.

Zur Oberbürgermeisterwahl 2008 trat für DIE LINKE in Freiberg Rechtsanwalt Thomas Mittelstädt an und erreichte bescheidene 14,7 Prozent der Stimmen. Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm (parteilos) darf aus Altersgründen nicht wieder antreten, Konkurrenz für Dönicke kommt vor allem von Baubürgermeister Holger Reuter (CDU) und Finanzbürgermeister Sven Krüger (SPD).

Marcel Dönicke, Jahrgang 1986, schätzt ehrlich ein, dass er noch keine politischen Erfahrungen gesammelt hat. Die vergangenen sieben Jahre aber habe er aufmerksam verfolgt und es sei auf kommunalem Gebiet nicht viel passiert.

Marcel, geboren in Freiberg und aufgewachsen in Hetzdorf, verschlug es zur Ausbildung als Berufskraftfahrer nach Mecklenburg („hier war keine Lehrstelle zu bekommen“). Zurück in Freiberg, arbeitete er einige Jahre als Kraftfahrer. Bald begann die Erkenntnis zu reifen, dass es das mit einem selbstbestimmten Leben noch nicht gewesen sein könne. Gedacht, getan! Mit der Aufnahme seines Studiums am Freiberg-Kolleg begann er sein „zweites Leben“, welches sich seit 2012 mit dem Bachelor-Studium der Energietechnik an der Bergakademie Freiberg fortsetzt.
Seine Identität als OB-Kandidat für DIE LINKE war Marcel erst bereit zu lüften, nachdem er alle Hürden des 5. Semesters inklusive der Abschlussklausuren hinter sich gebracht hatte. Im fast vorlesungsfreien sechsten Semester steht nun „Wahlkampf um das OB-Amt als Kandidat der LINKEN“ auf der Tagesordnung.

Ende März erhielt Marcel Dönicke von auf der Nominierungsveranstaltung zum OB-Kandidaten 24 Stimmen, zwei Mitglieder der LINKEN enthielten sich der Stimme. (hw)

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