20.04.2015
Hans Weiske
Erschienen in: Mittelsächsische LinksWorte (Mittelsachsen, Sachsen)

Neue Mitglieder der Kreistagsfraktion - David Rausch

David Rausch - auch Fußball-Fan, wie man sieht

Fast hätte er es am Heiligabend geschafft, denn David Rausch erblickte am 23. Dezember 1983 das Licht der Welt. Die Schule allerdings, in welche er in der Wendezeit eingeschult wurde, gibt es nicht mehr. Geringswalde hat überhaupt keine Mittel- (seit 1. August 2013: Oberschule) mehr. Heute müssen die Schüler nach Rochlitz oder Hartha befördert werden. Auch der Eisenbahnlinie Rochlitz-Waldheim über Geringswalde und Hartha wurde übrigens 1998 das Licht ausgeblasen. Womit schon zwei bedrückende Aussagen zur Geringswalder Infrastruktur getroffen wurden!
Der Vater, Straßenbaumeister von Beruf, hat sich nach der Wende mit einem kleinen Erdbau-Unternehmen selbständig gemacht, die Mutter ist Lehrerin für Deutsch und Mathematik.
David nahm zunächst eine Lehre als Krankenpfleger auf, ließ diese aber nach 18 Monaten vorzeitig sausen, weil das Berufsfeld nicht seinen Vorstellungen entsprach. Und so entschied er sich, in die Fußstapfen des Vaters zu treten und begann eine Lehre als Straßenbauer, die er im Jahr 2003 abschloss. Wie man so schön sagt: etwas Handfestes also. Seitdem ist er Straßenbauer in der Firma „Erdbau Uwe Rausch“.
Im zurückliegenden Jahrzehnt hat sich David Rausch auf seinem Fachgebiet zum Ausbilder und Techniker qualifiziert, gegenwärtig befindet er sich in der Ausbildung zum Straßenbaumeister.

David Rausch - auch Fußball-Fan, wie man sieht

Der Beginn der „politischen Karriere“ von David Rausch fiel in die Zeit, als Rainer Eckert mit dem Parteibuch der PDS zum Bürgermeister der Kleinstadt im Landkreis MIttweida gewählt wurde - damals im konservativen Freistaat Sachsen fast ein Novum. Im Jahr 2002 stellte David den Aufnahmeantrag in die Partei des Demokratischen Sozialismus. Zwei Jahre später - zu den Gemeinderatswahlen 2004 - kam er als jüngstes Mitglied in den Geringswalder Stadtrat. Kein Wunder, dass er sein wichtigstes Betätigungsfeld von Anfang an in der Jugendarbeit sah. Und bei einem jungen PDS-Abgeordneten und einem PDS-Bürgermeister war es auch kein Wunder, dass sich in der Stadt ein linker Jugendverein etablierte. Vorerst gebot die Aufgabe als ehrenamtlicher Jugendbeauftragter der Stadt Gerinswalde allerdings ein Mindestmaß an politischer Neutralität: Das war die wichtigste Ursache dafür, dass sich David im 2005 gegründeten Jugendverein [´solid] zunächst nur in der zweiten Reihe engagierte. So richtig zum Zuge kam er hier erst, als am 1. August 2008 der neue Landkreis Mittelsachsen aus der Taufe gehoben wurde. Seither dürfte David Rausch unseren Leserinnen und Lesern für sein vielfältiges Engagement bei der Jugend und im Stadtrat Geringswalde sehr gut bekannt sein.
Übrigens Stadtrat: Bei den Gemeinderatswahlen im vergangenen Jahr konnte DIE LINKE mit 24,8 Prozent ihr Ergebnis in der 4.400-Seelen-Stadt Geringswalde im Vergleich zu 2009 um drei Prozent steigern und ist mit vier Stadtratssitzen auf Augenhöhe mit der CDU (die büßte vier Prozent ein und verfügt über fünf Sitze) und den Freien Wählern Geringswalde (FWG) mit ebenfalls vier Sitzen. In Kürze wird David den Antrag stellen, aus dem Stadtrat auszuscheiden und den Platz für einen Nachrücker freizumachen, da er sich bei der Vielzahl seiner Verpflichtungen bei der LINKEN und der Meisterausbildung auf weniger Schwerpunkte konzentrieren will.

Im vergangenen Jahr wurde David Rausch im mittelsächsischen Wahlkreis 4 gemeinsam mit Harald Pötzsch in den neuen Kreistag gewählt - dabei ragten die 34,8 Prozent für DIE LINKE in Geringswalde sowie 27,1 Prozent in Zettlitz weit aus dem Kreisergebnis heraus.
David hat sich nach eigenem Bekunden als jüngstes Mitglied gut in das Kollektiv der Kreistagsfraktion eingelebt. Nach etwas holprigen Start beginne man jetzt unter Regie von Fraktionschef Gottfried Jubelt Nägel mit Köpfen zu machen. Besonders zufrieden war er als Newcomer über seine Rede zum Asyl, in welcher er die Position der LINKEN in dieser Frage überzeugend herüberbringen konnte. Besonders einbringen will sich David Rausch in die Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Sozialverband Sachsen und - auch befördert durch seine gegenwärtig laufende Meisterausbildung - in Fragen der Berufs- und Hochschulbildung. Positiv sieht David, dass er gemeinsam mit Lothar Schmidt aus Döbeln (ihn stellen wir im April vor) und Marina Morgenstern aus Eppendorf das „Scharnier“ zwischen Fraktion und Kreisvorstand bildet.

Hinweis
Die gesamte März-Ausgabe der LinksWorte ist unter www.linksworte-mittelsachsen.de/ausgaben/91.pdf zu finden. Frühere Ausgaben sind archiviert unter www.linksworte-mittelsachsen.de/archiv.html .