08.04.2015
Ruth Fritzsche
Erschienen in: Mittelsächsische LinksWorte (Mittelsachsen, Sachsen)

Der Internationale Frauentag 2015

Im Garten von Clara Zetkin Geburtshaus

In diesem Jahr begingen wir zum 104. Mal den Internationalen Frauentag, der von der Mitbegründerin der proletarischen Frauenbewegung, Clara Zetkin und Käthe Duncker auf dem Internationalen sozialistischen Frauenkongress am 27. August 1910 in Kopenhagen initiiert wurde. Inspiriert von US- amerikanischen Feministinnen, einen Kampftag für das Frauenstimmrecht einzuführen, beschlossen die Frauen einen jährlichen Frauentag einzuführen, den wir nun am 8. März jährlich begehen. Er war, ist und bleibt für uns als Sozialistinnen ein politischer Kampftag, der alle Frauen, auch in Deutschland immer wieder daran erinnern soll, sich selbst für Gleichberechtigung und ein selbstbestimmtes Leben einzusetzen. Wie es die diesjährige Losung ausdrückt: „Aufstehen – Einmischen – Verändern“. Besonders wir als LINKE tragen dafür eine große Verantwortung. Das geht von unserer Parteiführung aus und setzt sich in den Landes- Kreis- und Ortsverbänden fort.

Nachdem wir in Freiberg in den vergangenen Jahren im Rahmen unseres Kreis- bzw. Ortsverbandes besonderen Wert darauf gelegt haben, allen Frauen in unserem Bereich zu ihrem Ehrentag Grüße und Glückwunsche in Form von uns bezahlten Anzeigen zu übermitteln und in einem kleineren Rahmen diesen Tag begangen haben, haben wir uns in diesem Jahr dazu entschlossen, neben der traditionellen Anzeige die Genossinnen unseres Ortsverbandes zu einer festlichen Zusammenkunft am 07.03. in das Hotel Regenbogenhaus in Freiberg einzuladen. Die Einladungen wurden zeitig genug abgeschickt, so dass die von uns eingeladenen Genossinnen Zeit genug hatten, sich für eine Teilnahme zu entscheiden. Dem Ortsvorstand wurde unser Anliegen unterbreitet. Wir begründeten es damit, dass wir uns dazu entschieden haben, in diesem Jahr unserer Zusammenkunft einen festlicheren Rahmen zu geben. Der Ortsverband gab uns grünes Licht für eine finanzielle Ausgabe von 250 €. Am Tag unserer Zusammenkunft waren 18 Genossinnen, der Vorsitzende unseres Ortsverbandes, Genosse Uwe Fankhänel und der Genosse Rudolf Wehner mit seiner musikalischen Unterhaltung anwesend. Im Vorraum wurden die Genossinnen mit einer Rose empfangen. Mit einer Ansprache vom Genossen Fankhänel über die Geschichte des Internationalen Frauentages, mit einem Glas Sekt, Kaffee und Kuchen, flotter musikalischer Unterhaltung und der Möglichkeit, zwanglose Gespräche untereinander zu führen, war es ein gelungener Nachmittag für alle Anwesenden.

Am 08. März trafen sich Frauen unseres Kreises und aus Chemnitz an der Clara-Zetkin-Gedenkstätte in Wiederau, dem Geburtsort von Clara Zetkin in ihrem Geburtshaus, wo Petra Steidten die Anwesenden begrüßte. Jetzt gehört dieses Haus dem Heimatverein Wiederau. Am Geburtshaus steht eine übergroße Clara-Zetkin-Stele, vor der wir uns dann versammelt haben und wo wir am Fuße der Stele Blumen niederlegten. Unsere Landratskandidatin, Genossin Marika Tändler-Walenta sprach zu den Anwesenden und verwies darauf, dass im Hinblick auf die Schaffung einer geschlechtergerechten Welt noch vieles zu tun bleibt, Während Frauen den Hauptteil der gesellschaftlich notwendigen Arbeit – zum Beispiel im Care-Bereich - leisten, erhalten sie immer noch durchschnittlich 20 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Doppel- und Dreifachbelastungen schmälern die Verfügung über die eigene Zeit. Armut trägt noch immer ein weibliches Gesicht. In Anbetracht des zur Zeit großen Flüchtlingselends tragen die betroffenen Frauen, besonders als Mütter, eine besonders große Last:. Dazu passt der Ausspruch von Clara Zetkin:
Lassen wir uns nicht schrecken durch die Ungunst äußerer Umstände, haben wir für alle Schwierigkeiten nur eine Antwort: Erst recht.


Hinweis
Die gesamte März-Ausgabe der LinksWorte ist unter www.linksworte-mittelsachsen.de/ausgaben/91.pdf zu finden. Frühere Ausgaben sind archiviert unter www.linksworte-mittelsachsen.de/archiv.html .