08.04.2015
Hans Weiske
Erschienen in: Mittelsächsische LinksWorte (Mittelsachsen, Sachsen)

Thomas Kempe - Mitglied der Kreistagsfraktion vorgestellt

Familienmensch Thomas Kempe

In der Gartenstraße 4 - gelegen direkt im Zentrum von Brand-Erbisdorf - wird seit Jahren gewerkelt. Und viel ist noch zu tun. Aber der „Bauherr“ Thomas Kempe behält den Kopf oben. Auf meine Frage zu einer Baustelle im Erdgeschoss kommt die prompte Antwort: „Willst du mal unsere richtige Baustelle sehen“. Und sofort ging es auf seine Einladung hin ins Dachgeschoss des Häuschens. Dort wird erneuert und ausgebaut. Das Kinderzimmer vom „Stammhalter“ Hendrik, dem älteren der beiden Söhne, ist bereits tipptopp in Ordnung. Insgesamt sind aus der Ehe mit Sylvia drei Kinder hervorgegangen: der ganze Stolz von Mutti und Vati. Nachdem man sich 1995 kennengelernt hatte, erblickte Hendrik („absolutes Wunschkind“) im Jahr 2002 das Licht der Welt, Timon folgte 2005 und Charlotte 2008. Ehefrau Sylvia Kempe ist unseren Leserinnen und Lesern als Direktkandidatin der LINKEN im Landtagswahlkreis „Mittelsachsen 1“ für ihren engagierten Wahlkampf und dessen Vorstellung in den „LinksWorten“ bereits gut bekannt. Seine aktuelle berufliche Situation fasst Thomas kurz und prägnant mit den Worten „Angstellter im Bauhandewerk (Teilzeit), Hausumbau einschließlich Elternzeit“ zusammen.

Thomas Kempe erblickte am 29. Mai 1971 im Krankenhaus Freiberg das Licht der Welt und wuchs in Brand-Erbisdorf auf. Seine Ausbildung zum Baufacharbeiter im VEB Gebäudewirtschaft Brand-Erbisdorf (nach der Wende Wohnungsgesellschaft Brand-Erbisdorf mbH) schloss er im Sommer 1989 ab.
Bis 1996 war er dort als Baufacharbeiter beschäftigt, nur unterbrochen durch den Zivildienst im evangelisch-lutherischen Pfarramt Reinsberg, wo Thomas vorwiegend Bausanierungsarbeiten erledigte. Eines schönen Tages - bestimmt auch inspiriert durch die junge Studentin Sylvia - reifte in Thomas die Erkenntnis, dass der Baufacharbeiter durchaus nicht das Ende seiner beruflichen Fahnenstange sein muss. Die Konsequenz: im Alter von 25 Jahren setzte er sich - nur unterbrochen durch ein einjähriges Praktikum im Baugewerke - für acht Jahre auf die Schulbank. Von 1996 bis 1999 erwarb er am Freiberg-Kolleg auf dem zweiten Bildungsweg die allgemeine Hochschulreife, von 2000 bis 2005 studierte er im Fachbereich Keramik-, Glas- und Baustofftechnik an der TU Bergakademie Freiberg.

Mit dem Abschluss seiner Lehre stellte Thomas Kempe seinen Aufnahmeantrag in die SED. Nach Ende der von den Wedenwirren überschatteten „Kandidatenzeit“ - inzwischen war es Anfang 1990 - bekam er die Mitgliedskarte der SED-PDS. Auf meine Frage, ob er sich damals mit dem Gedanken getragen habe, diese zurückzugeben, antwortet mir Thomas: „Viele, die sich damals ganz schnell aus der SED zurückzogen, wollten von politischen Dingen bis 1989 nichts gesehen und von nichts gehört haben. Eine solche jämmerliche Haltung wollte ich meinen künftigen Kindern nicht zumuten.

1994 kandidierte Thomas Kempe erstmals für den Stadtrat Brand-Erbisdorf und begann als Nachrücker ein Jahr später seine „Brand-Erbisdorfer“ Politiker-Karriere“, die bis heute mit kurzen Unterbrechungen andauert. Seit 1999 ist Thomas - ebenfalls mit Unterbrechungen - daneben auch Vorsitzender des Ortsverbandes Brand-Erbisdorf der LINKEN. In den Jahren 2006 und 2007 war er als Technologe beruflich in Schleusingen und Lauter unterwegs. Das war jene Zeit, als Elke Altmann aus Brand-Erbisdorf in den Landtag einzog und Matthias Schreiter (kam von der WASG und trat später wieder aus der PDS aus) und Jens-Eberhard Jahn die Politik in Brand-Erbisdorf bestimmten.

Das Motiv für das Engagement von Thomas im Kreistag: „Ich wollte das Geschäft im Kreistag kennenlernen und meine Kenntnisse und Fähigkeiten für DIE LINKE einbringen. So gesehen, war auch viel Neugier mit im Spiel.“ Dabei ließ Thomas Kempe in unserem Gespräch keinen Zweifel daran, dass für ihn das Engagement im Stadtrat Brand-Erbisdorf keinesfalls zulasten seiner neuen Aufgabe im Kreistag gehen werde.

Hinweis
Die gesamte Februar-Ausgabe der LinksWorte ist unter www.linksworte-mittelsachsen.de/ausgaben/90.pdf zu finden. Frühere Ausgaben sind archiviert unter www.linksworte-mittelsachsen.de/archiv.html .