02.04.2015
Peter Kolbe
Erschienen in: Marzahn-Hellersdorf links (DIE LINKE. Berlin, Berlin, Berlin)

„Es war nicht alles schlecht …

... im Westen"

Jan Korte (MdB) während der Lesung in Marzahn-Hellersdorf
Marzahn-Hellersdorf

Dies behauptet augenzwinkernd eine der Geschichten von Jan Korte. Mit seinem Buch „Geh doch rüber!“ war er Gast auf dem „Roten Sofa“ am 25. Februar im Abgeordnetenbüro von Regina Kittler und Dr. Manuela Schmidt. Letztere stellte ihn den gut 60 Interessenten des Abends vor. Und dann gab es eine Menge zu lachen, zu schmunzeln und sich die Hände zu reiben.
Denn was Jan Korte da aufgeschrieben hat, ist dem zuweilen verbiestert geführten Streit um Ossis und Wessis feinfühlig abgelauert:
• Wo sagt man „Jahn“ und wo „Jann“ Korte, liebe Ossis und Wessis?
• Wo darf man eine Gruppe durch Klopfen auf den Tisch begrüßen?
• Ist Platzreservierung durch Handtuch-Ablegen auch im Bundestag möglich?
• Sollten Abgeordneten-Sprechstunden an Info-Ständen auf dem Marktplatz stattfinden?
• Ist der im Wahlkampf genutzte rote „Barkas“ nun ein „B-tausend“ oder „B-eintausend“?

Solche und ähnlich fundamentale Fragen bilden den unterhaltsamen Kern der „feinsten Beobachtungen aus Ost und West“, wie es im Buch-Untertitel heißt. Und was auf den ersten Blick recht formal scheint, gibt letztlich doch den Blick frei auf den Zustand der Deutschen: Wie viel ist schon zusammengewachsen von dem, was laut Willy Brandt zusammengehört?

Jan Korte hatte die Schmunzler auf seiner Seite. Und herzlicher Applaus bestätigte ihm, dass ein in Osnabrück geborener Linker auch im Osten Freude verbreiten kann.