02.04.2015
Sabine Behrens
Erschienen in: Marzahn-Hellersdorf links (DIE LINKE. Berlin, Berlin, Berlin)

Eine facettenreiche Lady mit Temperament

Zu Gast in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires

Diese Figurengruppe ist in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires zu bewundern, in der Mitte: Mafalda.
Marzahn-Hellersdorf

..., das ist die argentinische Hauptstadt Buenos Aires zweifellos. Das kulturelle, wirtschaftliche und Verkehrszentrum des Landes, auch „Paris Südamerikas“ genannt, beherbergt mehr als 180 Theatersäle, diverse Orchester und Chöre. Es gibt eine Vielzahl von Bibliotheken, Hochschulen, Universitäten, Museen. Viele Häuser von Künstlern und Kunstsammlern wurden in Museen umgewandelt. Ein Beispiel, das Schule machen sollte! Hierzulande ist Buenos Aires bekannt als „Welthauptstadt des Tangos“, Zentrum des Pferdesports, Talenteschmiede für den Fußball und für die Poesie des Steaks. Doch die Partnerstadt von Berlin seit 1994 ist viel mehr, wie Wolfgang Brauer im November letzten Jahres als Präsidiumsmitglied des Abgeordnetenhauses erleben durfte.
In seiner 7. Folge von „Brauer lädt ein“ vermittelte er in Wort und Bild im Berliner Tschechow-Theater sehr persönliche Eindrücke aus einer Stadt der krassen Gegensätze. Diese ließ schon der Titel „Evita, Mördergeneräle, ein kleines Mädchen und der Müll. Begegnungen in Buenos Aires“ vermuten.
An zwei Frauen kommt kein Tourist vorbei. Da ist zum einen Evita, María Eva Duarte de Perón (1919-1952), Schauspielerin und zweite Ehefrau des Präsidenten Juan Perón (1895-1974). Sie unterstützte ihren Mann in Wahlkämpfen, nahm darüber hinaus großen Einfluss auf die Frauenpolitik. Ihr Mythos hat bis heute Spuren in der Wahlkampfstrategie Lateinamerikas hinterlassen. Zum anderen das kleine Mädchen Mafalda, liebenswert, altklug, fast schon philosophisch- eine Comicfigur des Zeichners Quino, die die Beatles liebt und Suppe hasst. Im Stadtteil San Telmo kann man sie treffen und sich von ihr bezaubern lassen.
Anderer Stadtteil: Belgrano. Hier befindet sich einer der grauenhaftesten Orte der argentinischen Geschichte nach dem Militärputsch von 1976: die Escuela de Mecánica de la Armada („Mechanikerschule der Marine“ – ESMA). Als Wolfgang Brauer über die größte geheime Folterhölle sprach, in der von 5000 Inhaftierten nur knapp 200 überlebten, die Toten wurden nackt aus Flugzeugen ins offene Meer geworfen, waren die Zuhörer sehr bewegt.
Über die Hintergründe, was es mit dem Müll auf sich hat und mehr, wird der Redner sicher gern berichten!