16.03.2015
Dieter Sarnow
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

Bürgerinitiative in Protzen weiter aktiv

Protzen

Die im Oktober in Protzen gegründete Bürgerinitiative »Gegen Windräder-Wildwuchs in OPR« ist weiter sehr aktiv und kann auf erste Erfolge verweisen.

Konkret geht es um die Verhinderung des geplanten Windeignungsgebietes zwischen Protzen und Stöffin mit bis zu 18 über 200 m hohen Windrädern, welches sich dann nahtlos an das schon bestehende Gebiet bei Dabergotz/Temnitz mit bereits überproportional vielen Windrädern anschließt; und auch dort soll es noch weitergehen mit dem Bau von Windrädern! Aus diesem Grund sind wir gegen den »Wildwuchs« von Windrädern in unserer Region und damit gegen eine weitere Zerstörung unserer historisch gewachsenen Kulturlandschaft an der Luchkante.

Wir sind nicht generell gegen Windkraftanlagen (WKA), aber eine Energiewende mit Vernunft und einem gesunden Mix erneuerbarer Energien erfordert auch, dass gerade die Belange von Anwohnern in der Nähe von WKA hinreichend berücksichtigt werden. Es fehlen aktuelle Untersuchungen zu gesundheitsschädigenden Auswirkungen von Windrädern auf den Menschen. Als Stichworte sollen hier nur genannt werden: Geräusche durch rotierende Flügel, Schattenwurf, Dauerblinken und Infraschall. Das kann zu Schlafstörungen, Schwindel, Tinnitus und stressbedingten Erkrankungen führen.

Im Verbund mit dem »Aktionsbündnis Gegenwind OPR/OHV/Prignitz« und dem Dachverband »Volksinitiative Rettet Brandenburg« treten wir daher für ein Moratorium zum Stopp der Planung weiterer Windeignungsgebiete ein, bis alle Randbedingungen hinreichend geklärt sind. Des Weiteren treten wir gemeinsam für die Einführung der Abstandsregelung »10H« ein, d.h. der Abstand der WKA zur Wohnbebauung sollte das zehnfache der Höhe des jeweiligen Windrades betragen, mindestens aber 1500 m. Eine Regelung, die es beispielsweise in Bayern bereits gibt. Dazu werden gegenwärtig brandenburgweit 20.000 Unterschriften gesammelt, um sie dem Landtag zu übergeben.

Unsere BI hat entsprechende Anträge auch an die Regionale Planungsgemeinschaft Prignitz/OHV gestellt sowie eine Petition an den Petitionsausschuss des Landtages gesandt. Wir treffen uns jeden 2. Montag im Gutshaus Protzen, um bis zur bevorstehenden Auslegung des neuen Regionalplanentwurfs Wind den Druck auf die Regionale Planungsgemeinschaft und auf die Regionalräte zu erhöhen und sie in dieser Frage zu sensibilisieren. Dazu nehmen wir auch Kontakt zu allen Regionalräten in OPR auf. In Thomas Voigt haben wir bereits einen Mitstreiter gewonnen.

Als weiteren Erfolg sehen wir auch an, dass sich nun im Nachbarort Manker ebenfalls eine Interessengemeinschaft gegen die »Verspargelung« der Landschaft bildet und mit uns zusammenarbeiten will. Auch mit dem direkt betroffenen Neuruppiner Ortsteil Stöffin haben wir bereits erste Kontakte geknüpft. Hier wollen wir unbedingt noch aktiver werden und die Stöffiner Bürger informieren, da es unter den Einwohnern erstaunlicherweise noch sehr ruhig bezüglich dieser Fragestellung ist.

Die Neuruppiner Stadtverwaltung mit dem Bürgermeister an der Spitze hat sich zu dieser Problematik für den Ortsteil Stöffin bisher scheinbar auch noch nicht positioniert.