15.03.2015
Wolfgang Kraffczyk
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

In den Spiegel geschaut

Bissige Satire beim Politischen Aschermittwoch der LINKEN in Bernau

Dagmar Enkelmann, in ihrer „Märchenstunde“ ging es u.a. um die Platzierung der Bernauer Wappenuhr.
Bernau/Barnim

Der Politische Aschermittwoch setzte am 20. Februar die erfolgreiche Tradition der Bernauer LINKEN fort, mit Humor und bissigem Spott politische Ereignisse in der Stadt, auf Landes- und Bundesebene zu kommentieren. Im vollbesetzten „Ofenhaus“ sorgte das für viel Spaß bei den Zuschauern, zu denen neben der Landtagsfraktionsvorsitzenden der LINKEN, Margitta Mächtig, und Bernaus Bürgermeister André Stahl (LINKE) auch Vertreter der politischen Konkurrenz gehörten.
Im Mittelpunkt standen Themen der Stadtpolitik wie etwa der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zu sonntäglichen Ladenöffnungszeiten, woraus auf der Bühne das „Schließen aller Öffnungen“ am Sonntag wird. Als Märchen kam die Platzierung der Bernauer Wappenuhr und anderer Kunstgegenstände zur Sprache. Auch der anhaltende Streit um das „Altan-
schließer“-Problem wurde thematisiert. Nicht zuletzt bekam der Bürgermeister in guter Tradition sein „Fett“ ab. Wegen seiner bürgernahen Amtsführung wolle André Stahl nun vor jeder Eheschließung mit Heiratswilligen ein persönliches Gespräch führen. Auch das Verschwinden des Bernauer Ortseingangsschildes wurde ihm zugeschrieben – ob er wohl die Eingemeindung der Stadt nach Biesenthal betreiben würde?
Als Höhepunkt des Abends holte der Kreisvorsitzende der LINKEN, Sebastian Walter, in seiner Büttenrede zum Rundumschlag aus. Zunächst sprach er die „Rechthaberei“ Deutschlands im aktuellen Streit mit der neuen griechischen Regierung an, um zugleich die Forderungen von Bundespolitikern nach Aufrüstung zu geißeln. Unter den Stichworten „Pegida“ und „Wirtschaftsflüchtlinge“ erinnerte er daran, dass sich deutscher Wohlstand auf die Armut anderer Regionen gründet. Für die Rot-Rote Koalition in Brandenburg nutzte Walter das Gleichnis mit einem Dampfer: Die SPD entspanne auf dem Sonnendeck, während während DIE LINKE im Maschinenraum malocht. Und auf Kreisebene „lobte“ er die SPD, die durch „Postenschacher“ etwas gegen Armut in den eigenen Reihen unternimmt.