15.03.2015
Redaktion/pm
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

Impfungen regelmäßig prüfen

In Brandenburg sind 95 Prozent aller Schüler gegen Masern geimpft

Barnim

„Die Impfbereitschaft in der Bevölkerung muss weiter steigen. Dazu brauchen wir eine umfangreiche ärztliche Beratung, die alle Eltern über die Vorteile der Impfungen aufklärt“, äußerte sich Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (LINKE) Mitte Februar zur aktuellen Diskussion über die Einführung einer gesetzlichen Impflicht gegen Masern. Eine gesetzliche Impfpflicht lehne die Gesundheitsministerin aber ab. „Mit Sanktionen werden wir Impfskeptiker nicht überzeugen“, ist sich Golze sicher. Sie betonte: „Masern sind sehr ansteckend und keine harmlose Kinderkrankheit. In Einzelfällen können Masern lebensbedrohlich sein. Das zeigt der tragische Fall aus Berlin, wo jetzt ein Kleinkind an Masern gestorben ist. Das kann auch in Brandenburg passieren. Allen Eltern, die eine Impfung verweigern, muss das bewusst sein. Impfverweigerer handeln verantwortungslos und egoistisch, denn sie verlassen sich darauf, dass die anderen sich impfen lassen und ihnen dann schon nichts passiert. Damit gefährden sie aber nicht nur ihre eigenen Kinder, sondern auch andere Säuglinge, die noch nicht geimpft werden konnten.“
Die Impfquote der Brandenburger Kinder und Jugendlichen ist sehr hoch: die zweimalige Masern-Impfung haben 88,1 Prozent aller Kita-Kinder, 95,2 Prozent aller Einschüler und 95,4 Prozent aller Zehntklässler. Damit ist die Zielsetzung der Weltgesundheitsorganisation WHO, bei der zweimaligen Masern-Impfung eine Impfquote von mindestens 95 Prozent zu erreichen, bei den Schulkindern in Brandenburg erreicht. Golze kommentiert:
„Am besten wäre natürlich, wenn alle Menschen, die bisher noch nicht an Masern erkrankt waren, gegen Masern geimpft wären. Nicht nur Kinder, sondern auch Jugendliche und Erwachsene sollten ihren Impfstatus in ihren Impfbüchern zum Beispiel durch Hausärzte überprüfen und gegebenenfalls fehlende Impfungen nachholen lassen.“
In diesem Jahr wurden in Brandenburg bis Mitte Februar 46 Masern-Fälle gemeldet, darunter sind 21 Kinder im Alter bis 5 Jahre und 12 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 bis 15 Jahren. Betroffen sind acht Landkreise (Barnim, Dahme-Spreewald, Havelland, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Oder-Spree, Ostprignitz-Ruppin und Potsdam-Mittelmark) sowie die kreisfreie Stadt Potsdam.
Laut Robert-Koch-Institut gab es in Brandenburg im Jahr 2014 13 Masernfälle, 2013 waren es 59, 2012 gab es keinen und 2011 27.