15.03.2015
Von Sebastian Walter Kreisvorsitzender DIE LINKE Barnim
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

Hilfe für Flüchtlinge vor Ort

Barnim: 800 Flüchtlinge werden erwartet/LINKE gegen Massenunterkünfte

Barnim

Die Konflikte haben weltweit in den letzten Jahren stark zugenommen. Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht wie im letzten Jahr. Sie fliehen vor Krieg, Terror und Vertreibung – sie verlieren alles und suchen Schutz.
Auch in den Landkreis Barnim kommen immer mehr Flüchtlinge, um hier für eine Zeit Schutz zu suchen. Für die LINKE ist seit Jahren ein Anspruch, eine menschenwürdige Unterbringung zu gewährleisten. Die Abschaffung des Gutscheinsystems und die vorrangige Unterbringung in Wohnungen – weil diese eine Inte-
gration am meisten befördern – geht nicht zuletzt auf die Initiative der Kreistagsfraktion der LINKEN zurück.
Seit dem letzten Jahr verdoppeln sich die Flüchtlingszahlen, deshalb besteht dringender Handlungsbedarf. Im Jahr 2015 werden zusätzlich 800 Menschen in den Barnim kommen. Nach vielen Monaten des zum Teil planlosen Agierens der Kreisverwaltung und schlechter Kommunikation suchen jetzt alle Bürgermeister nach geeigneten Standorten für Übergangswohnheime und Wohnungen für Flüchtlinge.
DIE LINKE hat deutlich gemacht, dass es darum geht, Flüchtlinge möglichst dort unterzubringen, wo eine schnelle Integration möglich ist. Das bedeutet unter anderem in Orten mit guter ÖPNV-Anbindung und einer starken Zivilgesellschaft. Die Flüchtlinge sind oft traumatisiert und benötigen dringend medizinische und psychologische Betreuung – diese muss vor Ort ausreichend gegeben sein.
Der Landkreis hat im Moment ein Objekt ins Auge gefasst, dass diesen Prämissen eigentlich entgegen steht. In Ladeburg sollen in einer alten Kaserne 400 Flüchtlinge untergebracht werden. Das widerspricht allerdings dem Unterbringungskonzept des Landkreises, wonach es möglichst keine Massenunterkünfte geben soll.
DIE LINKE besteht weiterhin darauf, wenn keine Wohnungen zur Verfügung stehen, dass kreiseigene Grundstücke ausgewählt werden und Übergangswohnheime mit maximal 80 Personen eingerichtet werden.
Dafür hat der Landkreis genügend Möglichkeiten. Eine riesige Unterkunft wie sie in Bernau geplant ist, schafft mehr Probleme als Lösungen. Diese Herausforderung kann nur gemeinsam gelöst werden – Menschen, die Hilfe brauchen, sollen sie auch bekommen.
Dafür braucht es aber einen offenen und transparenten Dialog zwischen allen Beteiligten. Daran müssen noch alle im Landkreis arbeiten.