15.03.2015
Von Ralf Kaiser Vorsitzender des Kreisverbandes des DGB Barnim
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

»Wir geben nicht auf«

Bis Ende März soll es Vorschläge für Standort- und Beschäftigungssicherung für das Fahrzeuginstandhaltungswerk in Eberswalde geben

Eberswalde/Barnim

Bis Ende 2016 soll das Fahrzeuginstandhaltungswerk der Deutschen Bahn in Eberswalde geschlossen werden. Schockiert und fassungslos waren Ende letzten Jahres nicht nur die betroffenen Beschäftigten. Für die Stadt Eberswalde und das Barnimer Umland würde die Umsetzung einen herben Verlust bedeuten. Es geht um knapp 500 Beschäftigte. Es geht auch um die Existenz ihrer Familien. Und um die Perspektiven für junge Menschen in der Region. Sollte das Bahnwerk geschlossen werden, hätte das auch negative Auswirkungen zum Beispiel für den Einzelhandel und im Dienstleitungsbereich. Viele Bürgerinnen und Bürger, Mitglieder verschiedener Parteien, Politiker der Stadt und des Landkreises solidarisierten sich mit den Bahnwerkern und unterstützten von Beginn an deren Protest gegen die drohende Schließung.
Mit in der ersten Reihe dabei waren die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der DGB-Gliederungen der Region Ostbrandenburg und besonders des Kreisverbandes Barnim – mit großer Solidarität auch aus den anderen Industrie- und Dienstleistungsgewerkschaften im DGB. In enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat des Werkes und den Vertretern der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) unterstützten die Barnimer Kolleginnen und Kollegen des DGB den Protest politisch und organisatorisch mit Infrastruktur, Logistik, Öffentlichkeitsarbeit.
Am 29. Oktober 2014 forderten über 200 Beschäftigte des Bahnwerkes die Konzernspitze auf, den Schließungsbeschluss rückgängig zu machen und den Standort mit möglichst allen Arbeitsplätzen zu erhalten. Diese Forderung galt übrigens auch für andere von Schließung bedrohte Standorte der Bahn, unter anderem in Zwickau (Sachsen), was für eine breite Solidarität unter den Beschäftigten selbst sprach! Der Erfolg des Protestes: Der Beschluss wurde von der Bahn AG für das erste Quartal 2015 gestoppt. Es wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die prüfen soll, welche Möglichkeiten einer Standort- und Beschäftigungssicherung es für das Werk geben kann. Ende März sollen die Ergebnisse vorliegen. Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, und Bahnchef Grube werden dann in einem abschließenden Gespräch die Ergebnisse auswerten und die sich dar­aus ergebenden Entscheidungen bekannt geben.
Kay Manteufel, Vorsitzender des EVG-Ortsverbandes Barnim/Uckermark ist optimistisch: „Wir haben noch nicht aufgegeben!“