06.03.2015
Dr. Uta Sändig
Erschienen in: HavelBrandung (DIE LINKE.Brandenburg an der Havel, Brandenburg an der Havel, Brandenburg)

Im Gespräch: der Sozialbeigeordnete Dr. Wolfgang Erlebach

Dr. Wolfgang Erlebach (mitte) mit Diana Golze, Sozialministerin (beide DIE LINKE)

HB: Du bist jetzt ein Jahr und 9 Monate im Amt – wie fühlst du dich?

WE: Nach wie vor ziemlich gut.

HB: Und den Umzug von Beelitz nach Brandenburg hast du nicht bereut?

WE: Keineswegs. Die Stadt hat viele Vorzüge und die knappe Zeit geht nicht für Fahrten drauf.

HB: Die regionale Presse kommt ja neuerdings nicht umhin, deine Arbeit mit Respekt zur Kenntnis zu nehmen...

WE: Tut sie das?

HB: In bescheidenem Maße schon. Nehmen wir das Beispiel Frauenhaus. Die Pläne, eine neue Bleibe für das Frauenhaus zu schaffen, schmorten ja vor deiner Amtszeit jahrelang in der Schublade...

WE: ...und im politischen Raum kursierten verschiedene mehr oder weniger sinnvolle Vorschläge für geeignete Objekte. Es existierte auch ein Verwaltungsvorschlag, den wir dann aufgegriffen haben. Und das Ergebnis gibt uns Recht; das Frauenhaus konnte pünktlich und mit guten Bedingungen an den Start gehen.

HB: Eine andere Baustelle ist die Schaffung von Flüchtlingsunterkünften.

WE: Ja, das fordert alle Kommunen hart. Zunächst gab es das Problem der Objektfindung. Die Herrichtung der oberen Etage im Flüchtlingswohnheim Flämingstraße reicht ja bei weitem nicht aus. Ich habe mir in zwei Monaten ca. zwei Dutzend Objekte angesehen; letztlich sind zwei übrig geblieben: an der Fohrder Landstraße und in der Walzwerksiedlung (Neuendorfer Sand). Ich habe Kontakt zum Bürgerbeirat in der Walzwerksiedlung aufgenommen, um eine Einwohnerversammlung vorzubereiten. Am 18.03. haben die Einwohner die Möglichkeit, ihre Fragen, Erwartungen und Sorgen loszuwerden. Es gab ja schon eine erste, ermutigende Runde zu dieser Problematik, und zwar im Gemeindesaal der Katharinenkirche. Ich bin optimistisch, dass die Brandenburger mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auf die Flüchtlinge reagieren. Neben den Baumaßnahmen, die noch bis Mai/Juni andauern,werden wir auch die sozialarbeiterische Betreuung verbessern müssen.

HB: Das kostet alles Geld; da hast du als Sozialbeigeordneter in einer hoch verschuldeten Stadt eine undankbare Rolle. Wofür brauchst du außerdem Geld?

WE: Für den Ausbau und die Ausstattung der Kitas. Die Anzahl der Kita-Plätze hält gerade noch mit den Geburten Schritt. In der Innenstadt wäre ein größeres Angebot wünschenswert.

HB: Und auch ein anderes, von dir zu verantwortendes Ressort verschlingt viel Geld, die Kultur...

WE: Ja, z.B. das Theater. Von großen Aufwüchsen zu träumen, wäre realitätsfern. Aber immerhin wollen wir jetzt die künstlerische Leitung neu besetzen. Und dass wir Professor Gülke als Dirigenten verpflichten konnten, ist ein Glücksfall.

HB: Und dann gibt es ja auch noch zwei Kunstschulen, die von der Stadt unterstützt werden.

WE: Das haben wir auch weiterhin vor. Durch ein neues Landesgesetz wachsen die qualitativen Ansprüche an die Kunst- und Musikschulen. Das ist gut, aber es hat auch eine Kehrseite: Qualität hat ihren Preis. Ich erkenne auch an, dass vom Land insgesamt mehr Geld dafür bereitgestellt wird. Das führt aber nicht – wie erhofft – dazu, dass die Ansprüche an die Stadt im Gegenzug geringer werden.

HB: Letzte Frage: Wie geht es mit dem Museum weiter?

WE: Die Idee, in einer Übergangszeit wechselnde Ausstellungen zu präsentieren, hat sich bewährt. Aktuell zieht die Gemäldeausstellung „stattbekannt“ schon vorab großes Interesse auf sich. Im April soll die neue Konzeption für die Dauerausstellung vorgestellt und öffentlich diskutiert werden – darauf bin ich sehr gespannt.

HB: Besten Dank für das Gespräch.