05.03.2015
Daniel Herzog
Erschienen in: HavelBrandung (DIE LINKE.Brandenburg an der Havel, Brandenburg an der Havel, Brandenburg)

Neonazis geben nach vier Wochen auf

Keine weiteren BraMM-Spaziergänge in der Havelstadt

Als Trittbrettfahrer der Dresdner Pediga-Bewegung („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) riefen die sogenannten „Brandenburger für Meinungsfreiheit und Mitbestimmung“ (BraMM) unter Federführung des Landeschefs der Brandenburger Republikaner, Heiko Müller, seit dem 26. Januar 2015 viermal in Folge in der Havelstadt zu einem Spaziergang vom Neustädtischen Markt zum Trauerberg auf.

Ebenfalls viermal folgten jeweils deutlich mehr Brandenburger_innen dem Aufruf der städtischen Koordinierungsgruppe für Demokratie und Toleranz, zeitgleich auf dem Neustädtischen Markt ihre Ablehnung dieser von Neonazis dominierten Veranstaltung zu zeigen. Nun scheinen die unsäglichen Montagsspaziergänge der BraMM in Brandenburg Geschichte zu sein. Für die kommenden Wochen liegen den Behörden Anmeldungen in Fürstenwalde und Königs Wusterhausen vor.


Schon auf der ersten BraMM-Veranstaltung zeigte sich, wess' Kind diese Veranstaltung war. Selbst die Dresdner Pegida distanzierte sich vom vermeintlichen Brandenburger Ableger, der dann ab dem zweiten Spaziergang nicht mehr den Zusatz „Pegida“ verwendete. So demonstrierten unter anderem die NPD-Mitglieder Michel Müller, Abgeordneter des havelländischen Kreistags und Rathenower Stadtverordneter, sowie die Stadtverordneten aus Bad Belzig Pascal Stolle und André Schär, aber auch sogenannte "Freie Kräfte" unter dem Deckmantel von Meinungsfreiheit und Mitbestimmung.


Durch die Entschlossenheit und den langen Atem der Gegendemonstrant_innen, unter denen sich auch immer viele LINKE befanden, und die schwindenden Teilnehmerzahlen bei BraMM ist es schließlich gelungen, den allmontäglichen Spuk aus der Innenstadt Brandenburgs zu vertreiben.
Natürlich ist es wichtig, dass die politischen Akteure die Ängste und Sorgen in der Bevölkerung ernst nehmen und sich um entsprechende Lösungen bemühen. Wer sich allerdings mit Neonazis gemein macht, sollte sich hinterher nicht wundern, dass sie oder er nicht gehört wird.