05.11.2014
Juliane Witt
Erschienen in: Marzahn-Hellersdorf links (DIE LINKE. Berlin, Berlin, Berlin)

Das Beste für die Kinder und Jugendlichen sichern ...

... auch unter schwierigen Herausforderungen

Juliane Witt ist für DIE LINKE Mitglied des Marzahn-Hellersdorfer Bezirksamtes.
Marzahn-Hellersdorf

In dem Werbeblatt Berliner Woche wurde am 1. Oktober 2014 unter der Überschrift „ Positives Fazit“ der Eindruck erweckt, dass der Übertragungsprozess der Jugendfreizeiteinrichtungen als reibungslose Privatisierung dargestellt wurde. Wäre der Journalist Harald Ritter am 11.9. wirklich im FFM gewesen, hätte er diesen Text vielleicht anders umgesetzt. Der Anlass für den Übertragungsprozess war keinesfalls, die Finanzierungsmittel einzusparen, sondern der Beschluss des Senats, dass der Bezirk 175 Beschäftigte abbauen muss. Schon im August 2012 war absehbar, dass dies eine falsche Vorgabe ist, dass die wachsende Stadt mehr Personal braucht. Es gab Demonstrationen und ein deutliches Votum dagegen - aber ohne Erfolg. Aus der Sicht des Jugendamtes war es eine kaum zu schaffende Aufgabe, für 46 KollegInnen neue Einsatzfelder finden, ohne dass jemand entlassen wird. Wir sollten alle Einrichtungen offen halten, gleichwohl es täglich weniger Mitarbeiter in den Teams gab und keine Planung möglich war. Es ging darum, keinen Verlust für die Kinder und Jugendlichen zuzulassen, zu oft waren schon Einrichtungen geschlossen worden. Jetzt gab es eine klare Zielsetzung: Alle Leistungen erhalten, um jeden Cent für die Kinder des Bezirks kämpfen und sicherstellen, dass das Geld sachgemäss und gerecht eingesetzt wird. Für fast alle MA ist ein neuer Arbeitsplatz gefunden worden. Es war eine schwierige Aufgabe - aber wir haben sie gelöst. Aktuell sind die Jugendclubs für zwei Jahre an freie Träger übergeben. Zum Sommer 2015 wird der Überprüfungsprozess starten, denn die Einrichtungen selbst sind weiterhin im Besitz des Bezirks. Die Einsparung des Personals und das Finden von neuen Einsatzmöglichkeiten hat allen das Letzte abverlangt. Wer aber glaubte, das Jugendamt werde diese Herausforderung nicht meistern, wer schon hoffte, dass die Schließung von Einrichtungen zu einer chaotischen Situation führen würde - der hat sich getäuscht. Das macht das Ganze nicht zu einem vollen Erfolg, aber es ist auch keine von den politischen Gegnern erhoffte Geschichte des Scheiterns. Die Wahrheit ist immer ausdifferenziert und facettenreich. Ich wünsche mir, dass viele die Möglichkeit nutzen, sich selbst ein Bild zu machen, dass Bürgerinnen und Bürger in die Einrichtungen gehen und dort selbst teilnehmen an Veranstaltungen und schauen, wie verantwortungsvoll Träger und Mitarbeiter agieren - und auch, wo es Mängel gibt, Verbesserungsmöglichkeiten sind und somit wir alle daran arbeiten können, die Einrichtungen mit den Kindern und Jugendlichen zu verbessern.