21.03.2014
Ilsegret Fink, Jens Wollenberg
Erschienen in: Links an Dahme und Spree (DIE LINKE. Dahme-Spreewald, Königs Wusterhausen, Brandenburg)

Ostern - Zeit der Erneuerung

Brief von Pastorin Ilsegret Fink an Martin Luther

LDS

Sehr geehrter lieber Bruder Martin,

Karl Barth, der berühmte Theologe aus Basel, hat vor Jahrzehnten einen offenen Brief an W. A. Mozart in den Himmel geschrieben: Ich nehme an, dass du dort auch ein Postfach hast. Bei uns begeht ja jeder seinen Geburtstag als festliches Datum. So feiern wir nun nach jahrelanger Vorbereitung ein ganzes Jahr lang Deinen 500. Geburtstag, Viele Häuser, in denen du gelebt und gearbeitet hast, stehen noch. Das ist ungewöhnlich. Denn seit dem Reichstag zu Worms bis heute ist durch viele, viele Kriege unser Land verwüstet worden Trotzdem konnte viel restauriert werden. Originaltreu sind Dachziegel und Butzenscheiben ersetzt. Sogar Deine Conreformatoren, die dein Freund Lucas Cranach so trefflich porträtiert hat, leuchten wieder in alter Farbenpracht. Aber so geht es uns, wir können besser restaurieren als reformieren. Ob nun Theologie oder Nostalgie: Jedes Wort, zu dem Du einst die Gänsefeder in die Tinte getaucht hast, hat heute unschätzbaren Wert. Das hat gar nichts mit dem Inhalt zu tun. Einfach alles, was im Original mit Dir zu tun hat, steht nicht nur bei uns in der DDR unter Denkmalschutz. Es gibt einen großen theologischen Fanclub, der neben der „viva vox evangelii auch deine Tischreden lebendig hält.

Jedesmal, wenn ich als evangelische Pastorin vor dem Gottesdienst Deinen nun seit 450 Jahren gebräuchlichen schwarzen Talar anziehe, frage ich mich, warum wir Frauen auf den Kanzeln der Reformatoren uns eigentlich immer noch in mittelalterliche Männer verkleiden müssen? Gut, ich bin ja froh, daß auch die lutherischen Bischöfe Deiner Heimat seit 15 Jahren die Reformation sogar für uns Theologinnen in Sachen Zölibat rechtswirksam werden ließen. Jetzt muß eine Pastorin, wenn sie heiratet, den geistlichen Stand nicht mehr aufgeben. Warum ist nur so wenig Platz für Frauen in Deinem Erbe? Vielen Lutheranern sind deine Briefe an Deine Frau Käthe ebenso heilig wie das Hohe Lied. Aber ich frage mich (eigentlich Dich): warum Du – bei aller Zärtlichkeit in Deinen Briefen Deine Frau auch „Herrn Käthe“ nennst. Und das war doch ein Lob, oder? Glaubst Du wirklich, dass Gott als Schöpfer nur den Männern die Tatkraft und das Talent, Haus und Hof erfolgreich zu bewirtschaften, verliehen hat? Ich glaube fast, die Schlange aus dem Paradies hat Dir damals auf der Wartburg zugeflüstert: „Sollte Gott wirklich gesagt haben, dass er beide, Mann und Frau, gleichberechtigt nach seinem Bild geschaffen hat?“ Has Du da etwa in den sauren Apfel der Unkenntnis gebissen? Wie soll ich heute bloß meinen Mitschwestern unsere Ebenbildlichkeit Gottes glaubwürdig verkündigen, wenn Deine lutherischen Geschlechtsgenossen von mir per Dienstverordnung verlangen, dass ich mich mit Deinem akademischen Männerrock zuerst liturgisch als Frau geradezu unkenntlich machen muß.

ich weiß, dass für dich das „mutuum fratrum colloquim“ eine wichtige Rolle gespielt hat. aber ich glaube, es schadet uns bis heute, dass Du Dich über Theologie nur mit deiner Sorte Mensch, den oft so abstrakt und grundsätzlich urteilenden Männern unterhalten hast. Und da bin ich schon beim Kern der Reformation, der für mich eine harte Nuss geblieben ist: Warum hast Du eigentlich diese prachtvolle biblische Erkenntnis „Vom Priestertum aller Gläubigen“ dann doch nur an die Hausväter übertragen? (Ich weiß genau, dass meine Kollegen Lutheraner mir jetzt nachsichtig lächelnd soufflieren: Wie kannst du mit solchen feministischen Fragen den Creator der Zwei-Reiche-Lehre belästigen? Das lag doch damals am Zeitgeist...) Aber, lieber Bruder Martin, lag es nicht etwa doch an Deinem eigenen Geist? Denn Du hast doch so präzise und erfolgreich gegen den Ungeist der Macht protestiert, wie er im Papst, den Heiligen und dem Kirchenregiment der damaligen Zeit am Werk war. Du hast so viel Befreiendes in der Heiligen Schrift entdeckt und „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ geschrieben. Aber hattest Du immer nur Männer vor Augen? Hast Du vielleicht zufälligerweise immer nur Knaben getauft?

Ja, und dann war da noch die Sache mit der Magd. Ich finde es großartig, dass Du so eindeutig für die geistliche Gleichwertigkeit von Messe uns Diakonie eingetreten bist. Aber warum ist Dir ausgerechnet für den Vergleich nur eine Magd eingefallen, die die Stube fegt? Wäre Dir doch rechtzeitig in den Sinn gekommen, dass auch Knechte den Hof fegen oder den Stall ausmisten. Dann könnten die Theologen nicht bis auf den heutigen Tag so einfach das Lehramt an die Männer und die dienende Diakonie mittels Kochlöffel und Besen an die Frauen binden.

Zu Deinem 500. Geburtstag wird glücklicherweise wieder großen Wert auf Deine These „ecclesia semper reformanda“ gelegt. Dieser Slogan gibt auch der feministischen Theologie eine Chance, sich zu Deinen Erben zu zählen. Aber zu den Festivitäten erwartet man nur gestandene Protestanten, wir dagegen sind sehr aktive Protestierer. Ich hätte noch sehr viel auf dem Herzen. Ich will Dir auch keineswegs die Freude an dieser weltweiten Gratulationscour verderben, aber da ist noch die Sache mit dem 4. Gebot und Deiner Erklärung im Katechismus. Kannst Du Dich noch besinnen, dass Du damals zu den Eltern, denen die Kinder Gehorsam schuldig sind, noch die „Herren“ dazuerfunden hast? Du konntest natürlich nicht ahnen, dass für die nächsten 400 Jahre Dein Katechismus viel populärer werden würde als die Bibel selbst. Das ist wohl auch der Grund, warum in den Landen deutscher Zunge jahrhundertelang wenig Friede und Gerechtigkeit, aber sehr viel von „Gehorsam“ geredet worden ist. Die vielen Vorgesetzten fühlten sich durch Deinen Katechismus sehr autorisiert, Deine Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ haben sie wohl gar nicht erst gelesen... Weil viele Leute ihr Leben lang wie Kinder behandelt wurden und die Pfarrer immer gesagt haben, man solle sich den „Kinderglauben“ bewahren, sind viele Christen dann auch sehr dummen und sehr gefährlichen Vorgesetzten ihr Leben lang blindlings gehorsam gewesen. Und das hat besonders hart die Frauen betroffen ...

Also, lieber Bruder Luther: So ein Reformationsjubiläum bringt viel Bewegung und ermöglicht sogar ungewöhnliche Zusammenarbeit. Wer hätte gedacht, dass gemäß der Zwei.Reiche-Lehre es auch zwei recht freundschaftlich miteinander arbeitende Lutherkomitees geben würde? Nur dass der eine Vorsitzende nicht mehr Landesherr genannt wird und mehr aus Vernunft als aus Gottes Gnade regiert.

Touristen aus aller Welt stehen nun ehrfurchtsvoll vor der Schlosskirchentür in Wittenberg (Sag mal ehrlich, hast Du die 96 Thesen da angeschlagen oder nicht? Aber sag´s lieber erst nächstes Jahr, die Wahrheit könnte die Lutherpilger verwirren). Eigentlich wollte ich Dir 95 Fragen schreiben. Später.

Du wirst von uns weiblichen Reformanden in aller Welt noch mehr hören, wahrscheinlich mehr, als vielen von Deinen Bekennern und Nachfahren lieb ist ...

Jetzt schon traurig, dass der Postweg retour immer noch nicht funktioniert, grüßt Dich „schwesterlich“ Deine Ilsegret Fink.

(veröffentlicht in „Die Kirche“, Evangelische Wochenzeitung in der DDR, 1983)

Jens Wollenberg: Luther und die Obrigkeit

Martin-Luther-Straße, Martin-Luther-Krankenhaus und natürlich Martin-Luther Kirche - Das sind die gängigsten Straßen- und Gebäudebenennungen in Berlin, die nach dem als mutiger Reformator der katholischen Kirche in die Geschichte eingegangenen Martin Luther benannt worden sind. Was für ein trefflicher Mann muss das gewesen sein – dieser Dr. Martin Luther – ein unermüdlicher Kämpfer gegen päpstliche Kapitalakkumulation durch Sündenverkauf gegen Ablassbriefe, ein Wegbereiter der calvinistischen Wirtschaftsethik, die später in den Patronatskapitalismus eines Adam Smith mündete – dieser Wittenberger Theologe – ein großer deutscher Kämpfer für die reine Lehre, ebenso anerkannt in der Bundesrepublik wie in der DDR spätestens nach seinem 500. Jahrestag 1983.

So wurde Luther in beiden Deutschlands verklärt: Im Westen als humanistische Lichtgestalt, die die mittelalterliche Finsternis beendete – im Osten als revolutionäres Feuer an der Seite des Sozialtheologen Thomas Müntzer. Doch wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.

Reformator oder Reaktionär?

Bei einer ZDF-Umfrage vom August 2003 nach dem „Größten Deutschen“ belegte Martin Luther nach Konrad Adenauer und vor Karl Marx Rang zwei, der die Pforte zwischen der mittelalterlichen katholischen Dekadenz und der innovativen Kreativität der Neuzeit durchschritt. Jedoch lobte Adolf Hitler den Kirchengründer nicht ohne Grund schon 1923 als antisemitischen Vordenker: „Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Dämmerung, sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen“ (zit. nach D. Eckart: Der Bolschewismus von Moses bis Lenin, München 1924, S. 35).

Zwar kämpfte Luther gegen den römisch-katholischen Klerus und päpstlichen Zentralismus, indem er in seinen 95 Thesen gegen den Ablasshandel zur Rückkehr in die „wahre Bußfertigkeit“ aufrief, statt dessen setzte er jedoch die weltliche Unabdingbarkeit durch die monarchistische Herrschaft. Die heute vom Grundgesetz festgeschriebene Trennung von Kirche und Staat (GG, Art. 4) findet sich bei Luther als Fortsetzung der „Zwei Schwerter Lehre“ zwischen Klerus und Adel in der „Zwei Reiche Theorie“ wieder. Die im Investiturstreit zwischen Heinrich IV. und Papst Gregor VII. 1077 durch den Gang nach Canossa nur vorübergehend entschiedene Streitfrage zwischen staatlicher und kirchlicher Obrigkeit lässt Luther wiederholt imperativ fordernd die Bibel zitieren: „So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! (Matth-Evangelium 22:21)

„Wider die Bauern“

Wer sich nicht an diese Trennung hielt, durfte von Luther keine Gnade erwarten. So schreibt er 1525 in dem „Sendbrief von dem harten Büchlein wider die Bauern“: „Der Esel will Schläge haben, und der Pöbel will mit Gewalt regiert sein. Das wußte Gott wohl; drum gab er der Obrigkeit nicht einen Fuchsschwanz, sondern ein Schwert in die Hand“. Zwar berufen sich die Bauern in den „Zwölf Artikeln“ von 1525 auf Luthers Wort von der Gleichheit aller Menschen und ziehen bewaffnet gegen ihre Landesherren, als ihren Forderungen an die Fürsten nicht entsprochen wird. Unter anderem fordern sie Senkung der Abgaben, Abschaffung der Hörigkeit u. a., weil Jesus Christus alle Menschen erlöst habe. Zu Recht konnten sich die Bauern auf die Grundgedanken der Reformation stützen, da die Standpunkte der Reformation eine wesentliche Rechtfertigung für die aufständischen Bauern beinhalteten, denn Luther schrieb in seiner Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ im Jahr 1520: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Ding und niemand untertan“. Doch, als kenne er seine eigenen Worte nicht, distanzierte sich Martin Luther deutlich von den Bauern. Von der Obrigkeit wurde er trotzdem zunehmend für die Geschehnisse im Bauernkrieg verantwortlich gemacht. Umso eilfertiger vertritt er die Position der Fürsten, als die Bauern mit dem „Weinsberger Blut-Ostern“ (Tötung des Grafen Ludwig von Helfenstein am 16. April 1525, einem Ostersonntag) der weltlichen Obrigkeit Widerstand leisten. In seiner Schrift „Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern“ geht es martialisch zu: „(…) man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss.“

Luther - Apologet der Obrigkeit

Mit diesem Pamphlet erreichte Luther den moraltheologischen Tiefpunkt seiner strikten Trennung von Kirche und Adel. Geradezu eine allgemeine Christenpflicht sei es, die aufständischen Bauern brutal zu töten: „O Herr Gott, wo solcher Geist in den Bauern auch ist, wie hohe Zeit ist’s, dass sie erwürget werden wie die tollen Hunde“ (www.neo-lutheraner.de/krieg_bauern.html). Luther spürte, dass das freiheitliche Gedankengut der Bauernschaft seine kirchenpolitischen Ziele gefährdete. Deswegen stellte er sich ohne Vorbehalt auf die Seite der weltlichen Macht.

Als der Bauernaufstand niedergeschlagen war, war auch die volkstümliche reformatorische Bewegung beendet. Vertreter der Reformation wurden jetzt die Territorialherren, deren partikularistische Interessen sich nun häufig einen reformatorischen oder restaurativen Deckmantel überstreiften. Luther – der doppelzüngige Erneuerer der alten katholischen Kirche – war Steigbügelhalter der weltlichen Obrigkeit geworden. Dieser Vorrang der weltlichen Macht sollte im September 1555 im Augsburger Religionsfrieden deutlich werden, als die separatistischen Fürsten nicht mehr eine religiöse, sondern eine politische Kompromissformel zwischen Protestantismus und Katholizismus erkoren: Wer das Land regiert, solle den Glauben bestimmen: „cuius regio, eius religio“.

Indem Luther jegliche Fürsten- und Königsherrschaft als gottgewollt darstellte, schuf er eine der ideellen Grundlagen für den kriegsrünstigen Absolutismus. Bis heute konnte sich der Protestantismus in Deutschland nicht von seiner starken Bindung an die weltliche Obrigkeit lösen. In dieser Distanzlosigkeit liegt eine der wesentlichen Ursachen, warum der protestantische Kirche die meisten Verbrechen der weltlichen Herrschaft mittrug.

Weil die Landesfürsten die Konfession ihrer Untertanen nach dem Augsburger Religionsfrieden bestimmten, entstand in den protestantischen Landesteilen eine enge Verknüpfung zwischen Kirche und Staat. Das konservative Luthertum legitimierte alle weltliche Obrigkeit als Gottes Wille: „Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Ordnung; ... (Römerbrief 13, 1-4) Damit traf eine kritische Haltung gegen jede Staatsmacht stets auf den Widerstand der lutherisch-orthodoxen Landeskirchen. Trotz Aufklärung und Französischer Revolution stützte die protestantische Theologie weiterhin Monarchie und Feudalismus und prägte den somit christlichen „Untertanengehorsam“, den sich die weltlichen Machthaber bis hin zu Adolf Hitler für ihre Interessen nutzbar machen konnten. Die christliche Sozial­ethik beschränkte sich weithin auf die so genannte „Innere Mission“ und Diakonie und wirkte kaum als kritisches Korrektiv der Staatspolitik.

Martin Luther – ein gesamtdeutscher Irrtum

Eingedenk der Affinität Luthers zum staatlichen Machtmonopol bleibt es unverständlich, warum die protestantische Kirche den Demagogen Martin Luther auch heute noch als Vorbild exponiert, wie in einer didaktischen Unterrichtsbroschüre zu E. Tills LUTHER-Film von 2003 für die Klassen 7-13. Aber auch für die Partei „Die Grünen“ ist seine Abbildung honorabel. So benutzte die Partei sein Konterfei als positiven Bezug auf Reformen in dem Buch „Profil: Grün, das Reformjahr 2003“. Die Friedrich-Ebert-Stiftung der SPD veröffentlichte 1983 das Büchlein „Martin Luther - Ahnherr der DDR?“, in dem sie Luther zum Symbol für die deutsche Einheit machte, ohne den „das deutsche Volk nicht zu nationaler Identität gefunden hätte.“

Besonders befremdlich mutet die Vereinnahmung Erich Honeckers an: „Luthers Ermutigung zur schöpferischen, sinnvollen Tätigkeit ist in unserer sozialistischen Gesellschaft, welche die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen abgeschafft hat, zu einem wesentlichen Beweggrund für das gemeinsame Wirken von Christen und Nichtchristen am Aufbau des Sozialismus geworden.“ (Rede E. Honeckers zur Gründung des Martin Luther- Komitees 1983) Da fehlt nur noch ein Vertreter der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten der BRD wie Peter Hahne: „Wir brauchen Christen, die identifizierbar sind und sich nicht feige verstecken. Leute wie Luther.“ – P. Hahne, Interview am 17. Feb, 2004 (www.EKD.de).

Martin Luther – ein Prediger, der nicht nur die Bauern „zur Hölle wünschte“, sondern auch zur Ermordung von vermeintlichen Hexen und Juden aufrief - warum werden Straßen und öffentliche Gebäude nach ihm benannt?