25.11.2014
Dr. Lothar Kober
Erschienen in: Erkner–ungefiltert (Erkner, Brandenburg)

36 Maßnahmevorschläge sollen uns glücklich machen

Im Januar 2015 soll eine Sonder-SVV das Integrierte Stadtentwicklungs­konzept INSEK „Stadt Erkner 2025“ beschließen.

Erkner

Integrierte Stadtentwicklungs­konzepte (INSEK)
…, sind in vielen brandenburgischen Kommunen zentrale, die formelle Bauleitplanung ergänzende, Planwerke … Jede Stadt erarbeitet eine eigene Entwicklungsstrategie, die auf einer Analyse der eigenen Stärken (und Schwächen) basiert … In der Fortschreibung der vorhandenen städtischen Entwicklungsplanung zu informellen umsetzungsorientierten INSEK liegt die Chance, den integrativen und prozessualen Ansatz zu stärken und diese Konzepte als zentrales Steuerungsinstrument zur Basis für die örtliche Stadtentwicklungsstrategie weiter zu entwickeln. Das Land Brandenburg hat zugleich eine Grundlage für die Ausreichung unterschiedlicher Fördermittel.
In den Prozess der INSEK-Erstellung müssen wichtige Personen und Akteure des Stadtlebens wie Vereine und Unternehmen, die nichtkommunalen öffentlichen Träger der Infrastruktur … aktiv einbezogen werden. In gleicher Weise ist eine regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit sicherzustellen …
Quelle: www.mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.298283.de

Drei der vorgeschlagenen Maßnahmen stelle ich kurz vor. Als Prüfkriterium für Sinn oder Unsinn der Maßnahmen nehme ich das zentrale Entwicklungsziel 1 des aktuellen INSEK-Entwurfs: „Erkner – Sicherung der Standort- und Lebensqualität. Die Gerhart-Hauptmann-­Stadt Erkner möchte sowohl ihren jetzigen als auch ihren zukünftigen Bewohnern ein Zuhause bieten, ihnen eine sichere Versorgung mit sozialen und technischen Infrastrukturangeboten garantieren und dabei sorgsam und verantwortungsbewusst mit den eigenen Ressourcen umgehen.“ (siehe Internetseite der Stadt unter www.erkner.de/380.html)

Maßnahme 5.5
… des Zentralen Vorhabens „Sorgsamer Umgang mit knappen Flächen“ befasst sich mit der „Entwicklung von Garagenanlagen zu Bauland“ (INSEK Erkner2025_Final_small.pdf, Seite 116). Alle vorhandenen Garagenstandorte wie Am Schützenwäldchen, Fichtenauer Weg/Im Winkel, Gewerbegebiet zum Wasserwerk, Ahornallee sollen „in Bezug auf die Umwidmung zu Bauland“ geprüft werden (bis 2020).

Die größte Garagenanlage bleibt in der Aufzählung ungenannt. Sie befindet sich in Neu-Buchhorst zwischen Gerhart-Hauptmann-Straße und Bahn. Rund 200 Garagen in gepflegtem Zustand (alle genutzt) stehen auf Grund und Boden der Wohnungsgesellschaft. Der Zeitwert der Garagen beträgt etwa vier Millionen Euro; ausgehend von den Preisen, für die Garagen derzeit neue Eigentümer finden. Das Grundstück ist bebautes Land, also bereits Bauland. Der Bürgermeister wünscht sich hier Wohnbauland.

Die vier Millionen Euro Anlagenvermögen der Garageneigentümer sind dann futsch oder zu entschädigen. Die dort neu Wohnenden dürfen sich auf lauten Bahnlärm freuen: 60 bis 70 dB (A) nachts. Bis zu 200 PKW-Fahrer suchen dann tagtäglich einen Parkplatz am Rand der Gerhart-Hauptmann-Straße, der Hohenbinder Straße und deren Nebenstraßen bis weit nach Karutzhöhe hinein. Etwa 1.4 Kilometer freien Straßenrandes bedarf es, um alle PKW unterzubringen (mit 7 Meter/PKW gerechnet).


Maßnahme 5.8
… befasst sich mit „Prototypen Gebäudeumbau“. Hier soll es unter anderem um die „Aufstockung eines Wohnungsbaus“ gehen. Vorstellbar für ein solches Vorhaben wären die Bauten entlang der Friedrichstraße, in Neu-Buchhorst aber auch die Gebäude entlang der Straße „Am Kurpark“. Anhand eines Versuchsbaus sollen Machbarkeit und Resonanz erforscht werden. Der Bürgermeister wünscht, dass Erkner in die Höhe wächst.

Die Gebäude lassen sich nicht einfach so mal aufstocken. Ihre Standfestigkeit (Statik) ist für fünf Etagen ausgelegt. Tragende Elemente müssten verstärkt werden, Mieter der oberen Etage zeitweilig ihre Wohnung räumen, die Aufzüge wären anzupassen, und, und, und. Ob die Geschäftsführung der Wohnungsgesellschaft diese Maßnahme unterstützt, geht aus dem Text nicht hervor.

Maßnahme 2.11
… „Kulturstützpunkt Erkner“ des zentralen Vorhabens „Förderung der sozialen und kulturellen Vielfalt“ will dem Kulturtourismus wesentliche Impulse geben (INSEK Erkner2025_Final_small.pdf, Seite 110). Dazu sei aber die Entwicklung neuer Formate erforderlich. Welche gemeint sind, geht aus dem Text nicht hervor. Meine Überlegung: Man sollte Persönlichkeiten und Persönchen von hier mit Genussmitteln verbinden. Hauptmannkugeln (a’la Mozartkugeln), Hauptmanns Kirschgeist, Bahnwärter Thiel Tränen (Absinth), Lichterfestpilze und ähnliches könnten dem Kulturtourismus wesentliche Impulse verleihen … Oder etwa nicht?

Dr. Lothar Kober

von
Dr. Lothar Kober, Mitglied im Sozial­ausschuss