11.11.2014
Christa Horstmann
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

Erlebnis Heide für viele

Immer mehr eine Touristenattraktion

Neuruppin

Die FREIe HEIDe gerät manchmal etwas aus unserem Blickfeld, seit es nicht mehr die regelmäßigen Protestdemos gibt. Aber im Sommer spielt sie jetzt meist eine größere Rolle, weil da die Heide blüht und dankenswerter Weise etliche Institutionen uns dieses Ereignis erleben ließen. Kenner der Lüneburger Heide behaupten ja, unsere Heide kann sich durchaus mit ihr messen!
So ist nur zu begrüßen, dass unter Regie der INKOM Neuruppin und zusammen mit dem Bundesforstamt und der Heinz-Sielmann-Stiftung, die einige tausend Hektar der Kyritz-Ruppiner Heide bewirtschaftet, vor Wochen wieder eine Veranstaltung zum Konversionssommer 2014 stattfand. Gelegenheit auch, eine Art öffentliche Rechenschaft zu legen, wie weit wir mit der zivilen Nutzung des ehemaligen Bombodroms vorangekommen sind.

Sowohl Hans Schaefer, Chef der INKOM, Lothar Lankow von der H.-Sielmann-Stiftung als auch Rainer Entrup vom Bundesforstamt konnten berichten, dass vieles getan wird in Sachen sehr teurer Munitionsberäumung und der Erschließung weiterer Möglichkeiten für die Begehbarkeit der Heide. Ohne auf Einzelheiten hier eingehen zu können - ein Beispiel sind allein die weitere Freigabe von Wegen, um mit Kutsch- und Kremserfahrten die blühende Heide erleben zu können und vieles über ihre Bewirtschaftung dabei zu erfahren. Große Brandschutzstreifen sind angelegt worden. Weitere Wege sind in Vorbereitung, gearbeitet wird daran, in absehbarer Zeit auch einmal Radfahrern und Wanderern diese Naturschönheit zu zeigen. Das allerdings dauert noch!

Pläne, in der Heide Windkraftanlagen zu installieren, wurden erfolgreich abgewehrt. In einer Kommunalen Arbeitsgemeinschaft haben sich 20 Anliegerorte der Heide zusammengeschlossen und bemühen sich, ihre Kräfte zu bündeln für eine weitere zivile Nutzung. Wichtig ist, dass sie einbezogen werden. Mit Kremsern waren in diesem Jahr wieder viele Interessenten hier. Klaus Keil, der im Abfahrtsort Kleinglienicke die Heidefahrer mit Kaffee und Kuchen (natürlich selbst gebacken) bewirtet, hatte allein in diesem Sommer über 700 Gäste.

Mehrere Kremserhöfe sind es inzwischen, die Fahrten in die Heide anbieten, z.B. die Ruppiner Fahrtouristik in Zermützel, der Kremserhof von Jürgen Strache. Er selbst ist auch einer, der während der Fahrten mit Herz und Sachverstand vieles über die Heide zu erzählen weiß. Und er hat noch manche Pläne...

In der Veranstaltung zum Konversionssommer stand aber noch ein anderes wichtiges Thema im Mittelpunkt. Heide ist nicht nur, dass sie wächst und blüht und manches andere auch, wie Kiefern und Sträucher - sie muss gepflegt werden. Wer hätte gedacht, dass sie auch mit gezieltem Abbrennen ganzer Flächen sozusagen »in Ordnung« gehalten wird? Darüber wurde hier sehr gründlich referiert und informiert und man konnte eigentlich nur staunen, was auf diesem Gebiet - mit wenig Leuten! - alles geleistet wurde.

Für die dringende Munitionsberäumung auf noch sehr vielen Flächen der Heide sind - auf Grund fehlenden Geldes vom Bund - allerdings die Zukunftsaussichten nicht gerade günstig. Aber man kann sich freuen, dass sich nun schon seit Jahren viele verantwortungsbewusste Bürger und Leiter um unsere Heide und ihre weitere Erschließung bemühen.