14.10.2014
Christa Horstmann, Friedemann Göhler
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

Umweltbesessen fürs Allgemeinwohl

Neuruppin

Er ist nicht mehr im Kreistag. Aber er mischt nach wie vor mit, mischt sich nach wie vor ein. Auch, weil es ihm um die Probleme und um eine vernünftige Politik für die Menschen geht.

Genosse Bernd Ewert, von Beruf Lehrer, tätig an der Förderschule Wittstock (vorher viele Jahre in Rheinsberg), verheiratet mit einer Lehrerin, drei Kinder, war seit 1990 Vertreter der LINKEN im Kreistag Ostprignitz-Ruppin. Seitdem hat er auch durchgängig dem Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss des Kreistages angehört. Fast 24 Jahre lang hat er diese ehrenamtliche Arbeit gemacht - neben weiterer, wovon noch die Rede ist. Er könnte, aber er singt kein Lied davon, wie viel Mühe, wie viel Freizeit, wie viel Aufwand mit dieser Funktion verbunden war. Und das auch neben seiner anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit mit den Kindern in und nach der Schule. Er hat dafür nicht nur Zustimmung geerntet. Er wurde ab und zu, nicht immer freundlich, der Umweltfanatiker genannt. Aber es zeichnete ihn aus, dass er damit - vielleicht manchmal mit etwas Übertreibung - stets konsequent für die Erhaltung und Pflege der kostbaren Natur und damit auch für die Interessen der gesamten Landwirtschaft und vor allem der heutigen und künftigen Lebensmöglichkeiten der Menschen gestritten hat.

Zugute kam ihm, dass er als Vorsitzender des NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) in Neuruppin dessen Erkenntnisse in der Abgeordnetentätigkeit gut mit verwenden konnte. Seit Jahren war er auch Mitglied der überkreislichen Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel, zu der auch der Kreis OPR gehört. (Neben den Landräten und Bürgermeistern sind hier auch 16 durch die Kreistage gewählte Abgeordnete vertreten. Mit dem neugewählten Kreistag ist es die Abgeordnete der LINKEN Sylvia Zienecke aus Heiligengrabe, Bernd Ewert jetzt als ihr Stellvertreter.) Die Planungsgemeinschaft vertritt und berät den Kreis in wichtigen Fragen der überkreislichen Zusammenarbeit, zum Beispiel auch zur Planung der Windräder. Hier standen und stehen also stets Inhalte und Aufgaben, die immer auch auf dem Tisch des engagierten Kreistagsabgeordneten (und jetzigem »sachkundigen Einwohner«) lagen und liegen.

Wofür hat er sich in den vielen Jahren als Abgeordneter im Kreistag OPR besonders engagiert? Er hat sich zum Beispiel dafür eingesetzt, dass der aufwändige Rhinkanal von Zippelsförde bis Rheinsberg nicht gebaut wird und damit kilometerlange Strecken wertvoller Natur nicht mit unmöglich hohen Kosten zerstört werden. Mit den Landwirtschaftsleuten zusammen setzte er sich für die gesteuerte Ent- und Bewässerung des Rhinluchs ein. Der passionierte Ornithologe leistete wesentliches für Artenschutz, Zählung und Erhaltung des Raumes für die Vogelwelt. Er schritt ein gegen unnötige Brückenbauten und nicht notwendige Baumfällungen. Die beabsichtigte »Auflösung« der Umweltbegegnungsstätte in Zippelsförde, wo tausende Schüler mit der Natur vertraut gemacht werden, erfüllt ihn mit Zorn. Kurzum - wenn es um die Bewahrung der Umwelt geht, war und ist stets mit ihm zu rechnen!

Jetzt arbeitet er im Ausschuss der Rheinsberger Stadtverordnetenversammlung für Bau/Wirtschaft/Tourismus/ Umwelt/Energie mit. Und hier - das sagt schon der Name - ist garantiert auch allerhand für ihn zu tun.

Seine konsequente Art, seine im Wesen kritische, vorwärtsdrängende Haltung (natürlich auch zu anderen wichtigen Problemen im Kreistag!), standen unserer linken Kreistagsfraktion gut zu Gesicht. Er genießt nicht nur hier nach wie vor hohe Wertschätzung.

Bernd Ewert aus Zechlinerhütte ist am 27. September 60 geworden. Wir wünschen ihm noch viele Ideen, Mut und Schaffenskraft - und natürlich beste Gesundheit!